Smart Glasses fürs Theater

Smart Glasses fürs Theater


Die Vorstellung, dass auf der Strasse jemand mit einer „Google-Brille“ einem entgegenkommt, die alles, was im Netz über die Personen, die die Brille erfasst, zu finden ist, anzeigt, ist für die meisten Menschen ziemlich gruselig.
Aber sogenannte smart glasses können auch für sinnvolle Zwecke eingesetzt werden. Das Londoner National Theatre, in punkto Inklusion schon seit Jahren führend, verwendet EPSONS [Augmented-Realtity-Brille Epson BT-300] zum Einblenden von Übertiteln und Informationen.
Übertitelungsanlagen verunzieren heute oft das Proszenium der Bühne und viele Zuschauer fühlen sich durch die Texteinblendungen abgelenkt oder gestört. Die Alternative, Displays in den Rückenlehnen der Vordersitze einzubauen, ist teuer und wird von Zuschauern, die eine Lese- oder Fernbrille benötigen als unzweckmäßig empfunden.
heise.de berichtet:

Der Test mit den Untertitel-Brillen wird zunächst für ein Jahr in den drei zum Nationaltheater gehörenden Spielstätten laufen. Währenddessen will man Hardware und Software in Zusammenarbeit mit Epson weiter verbessern. Das erklärte Ziel bis Oktober 2018: ein „akkurates und robustes System, das immer verfügbar ist“.

Bei EPSONs Brille handelt es sich um ein Android-Smartphone zum Auf-den-Kopf-setzen – allerdings ohne SIM-Karte. Nach dem Einschalten wird man von einem klassischen Android-Desktop begrüßt, über den man mit einer angekabelten Touch-Fernbedienung navigiert.Das Bedienkästchen enthält die eigentliche Technik: Ein Atom-x5-Quad-Core-SoC mit 1,44 GHz und 2 GByte RAM, auf dem Android 5.1 läuft. Eingebaut sind 16 GByte Flash-Speicher, den man per MicroSD-Karte erweitern kann, sowie ein GPS-Modul. Kompass, Gyroskop und Beschleunigungssensor stecken sowohl im Kästchen als auch der Brille selbst, die zudem eine 5-Megapixel-Kamera und ein Mikrofon hat. Der Akku soll sechs Stunden lang durchhalten.
Wichtigste Neuerung neben den kleineren Abmessungen sind die beiden OLED-Displays, die jeweils 1280 × 720 Bildpunkte zeigen; in den Vorgängermodellen steckten noch LC-Displays. Dank der voneinander unabhängigen Bildschirme lassen sich auch stereoskopische Inhalte darstellen. Trotz der vergleichsweise niedrigen Auflösung wirkt das Bild scharf und – im Vergleich zu den Vorgängern – sehr farb- und kontraststark. Dass die niedrige Auflösung nicht nervt, liegt am sehr kleinen Sichtwinkel von 23 Grad (laut [Epson]).