Neues Verfahren zur automatisch gesteuerten Einblendung von Über- bzw. Untertiteln bei Live-Übertragungen von Opern im Fernsehen und bei Opernaufführungen im Theater oder bei Events.

 
notenklein
15.11.2013 Prof. Dietrich Sauter Korrespondent für ARD und ZDF der Fachzeitschrift für Fernsehen, Film und elektronische Medien (FKT):
Was die Fachwelt bisher für nicht möglich gehalten hat, ist jetzt widerlegt: Die Unter- bzw. Übertitelung wird dem Zeitlauf der Oper automatisch angepasst. Eine revolutionäre Idee hält Einzug an allen Opernbühnen. Die Württembergische Staatsoper Stuttgart hat freundlicherweise in einem Live-Test ermöglicht, die Funktionsfähigkeit zu testen und die Machbarkeit zu beweisen. Aus der Idee des Untertitelspezialisten Karlheinz Mayer, Inhaber der Firma TV Text International, ist in Zusammenarbeit mit Forschern der Technischen Universität Dresden ein neues Verfahren entstanden, welches die Übertiteleinblendung am Theater und die Untertitelung von Live-Opernübertragungen automatisiert und dadurch wesentlich vereinfacht und auch qualitativ verbessert.
Grundlage
An Theatern und bei Fernsehübertragungen ist eine Untertitelung arbeits- und personalintensiv. Diese Anwendung beruht auf einem Verfahren, mit dem der Aufwand bei mehrfachen Aufführungen eines Werks reduziert werden können und die dabei zu erwartenden zeitlichen Abweichungen in der Untertitelung zwischen den einzelnen Aufführungen ausgeglichen werden. Auf der Basis eines Mustererkennungsansatzes werden die für eine Referenzaufführung manuell erstellten Untertitel-Startzeitpunkte und Einblenddauern an eine von der Referenzaufführung abweichende Theateraufführung des gleichen Werks angepasst. Die Abweichungen zwischen Referenz- und Theateraufführung können dabei durch verschiedene Umstände zustande gekommen sein, wie z.B. unterschiedliche Aufführungszeiten, Inszenierungen, Aufführungsorte, Interpreten usw. Die Anpassung erfolgt so, dass bei inhaltlich gleichen Abschnitten von Referenz- und Theateraufführung (insbesondere gleiche Textstellen) die gleiche Zeitinformation zugeordnet werden soll, auch wenn sie zeitlich differieren. Das zu lösende Problem wird auf eine nichtlineare Anpassung der Zeitinformationen von Referenz- und jeweiliger Theateraufführung zurückgeführt. Da eine Anpassung auf Basis der visuellen Information, die zum Teil zwischen den Aufführungen nicht vergleichbar sein können, wenig erfolgreich scheint, wertet das Verfahren ausschließlich die eher vergleichbaren akustischen Informationen aus.
Vorteile gegenüber bisheriger Praxis
Mit Hilfe einer vorprogrammierten Referenzfassung kann jede musikalische Aufführung präzise mit Texten versehen werden, die punktgenau an der richtigen Stelle eingeblendet werden, mit hoher Sicherheit gegenüber Fehleinblendungen, zuverlässiger als jede manuelle Ausführung. Der Hauptvorteil dieser Synchronautomatik liegt in der Wiederholbarkeit der Über- bzw. Untertitel für alle weiteren Aufführungen einer Inszenierung, die stets in gleicher Qualität präzise ablaufen. Dabei ist das System überall einsetzbar: Die Funktion ist sowohl im Opernhaus als auch bei Live-Übertragungen im Fernsehen gleichermaßen gewährleistet. Übertragungen oder Aufführungen laufen automatisch ab. Als weiterer Vorteil zählt, dass die gleichen Texte sowohl im Theater als auch zeitgleich im Fernsehen dargeboten werden – eine weitere Möglichkeit, Kosten zu reduzieren. Die computergesteuerte Einblendung erlaubt Texte mit kürzeren Standzeiten und kürzerer Abfolge, die manuelle Einblendungen nicht leisten können. Das System ist vielseitig einsetzbar, sowohl bei Aufführungen im Theater als auch bei Tourneen, vor allem in fremdsprachigen Ländern, ohne dass Sprachkenntnisse des Operators notwendig sind. Das Verfahren ist patentrechtlich geschützt.
 
Kontakt: TV Text International Fernsehtext-Produktion GmbH Karlheinz Mayer Freischützstraße 92 81927 München
Phone: +49 (0) 89 99 22 97-11 Fax: +49 (0) 89 99 22 97-29 E-Mail: k.mayer@tv-text.de Internet: www.tv-text.de