Abschluss der Generalsanierung in Saarbrücken

saarbruecken
Pressemeldung des Saarländischen Staatstheaters, Ellen Brüwer, Leitung Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
 
Am 2. April dieses Jahres hat das Saarländische
Staatstheater (SST) mit der Generalsanierung seiner überalterten
Bühnentechnik begonnen. Nur knapp acht Monate später konnte das
Große Haus im Rahmen des Zeit- und Kostenplans am 24. November mit
der Premiere “Tosca“ wiedereröffnet und der Spielbetrieb
aufgenommen werden. Der saarländische Kultusminister und
Aufsichtsratsvorsitzende des SST, Ulrich Commerçon, zieht nun eine
positive Bilanz:

“Wir haben in mehr investiert
als ’nur‘ in eine neue Bühnentechnik. Wir haben 15 Millionen Euro
vor allem in das Saarland investiert, denn ein eigenständiges
Bundesland braucht eine attraktive Kulturlandschaft, die über die
Landesgrenzen hinaus wahrgenommen wird. Mich freut es sehr, dass
unser Engagement für die Kultur auch bundesweit positiv zur
Kenntnis genommen wurde.“

Der saarländische
Finanzminister Stephan Toscani hob hervor, dass die Entscheidung in
Anbetracht von Schuldenbremse und Haushaltsnotlage keine
Selbstverständlichkeit sei, sondern mit allen Verantwortlichen sehr
genau besprochen werden musste. “Die Landesregierung investiert
hier in schwierigen Zeiten einen hohen Betrag in die Zukunft einer
wichtigen Institution unseres Landes.“ Acht Monate lang waren 30
verschiedene Firmen mit insgesamt 160 Arbeitern auf der Baustelle
Staatstheater beschäftigt. 200 Tonnen Altmaterial wurden in dieser
Zeit ausgebaut, rund 800 Tonnen neues Material wurde installiert.
Dabei wurde die gesamte Ober- und Untermaschinerie komplett
erneuert. Die veraltete und störanfällige Wasser-Hydraulik aus dem
Erbauungsjahr 1938 wurde gegen modernste Elektromotoren
ausgetauscht, alte Handseilzüge für die Kulissen sind Elektrozügen
gewichen, die komplette Steuerung ist ebenso neu wie der Bereich
Brandschutz mit einer modernen Sprinkler- und Sprühflut-Anlage. Die
Generalintendantin Dagmar Schlingmann und der Kaufmännische
Direktor Dr. Matthias Almstedt betonten, wie unglaublich dankbar
das Theater für diese Investition sei. Sichere diese doch nicht nur
eine hohe Qualität der Aufführungen, sondern auch die über 400
Arbeitsplätze am SST. Denn nur ein attraktives Theater könne auch
wirtschaftlich erfolgreich sein. Klar sei aber auch, dass Theater
nicht auf öffentliche Gelder verzichten können.

“Umso mehr sind sich alle Beteiligten in der
Sanierungsphase ihrer Verantwortung bewusst gewesen. Und der Druck
war riesengroß“, erklärte Matthias Almstedt. “Deshalb bin ich sehr
erleichtert, dass wir bei der Finanzierung eine Punktlandung
geschafft haben. Inklusive der fünf Ersatzspielstätten sind wir bei
den veranschlagen 15 Millionen Euro geblieben. Und außer leichten
Verzögerungen konnten wir auch den Zeitplan
einhalten.“

“Stell‘ Dir vor, Du
hast eine neue Bühnentechnik und nichts geht‘.

Dieses Schreckgespenst und viele andere Gedanken mehr beherrschten
uns acht Monate lang“, so Generalintendantin Dagmar Schlingmann.
“Und dann gab es da noch die Fragen: Werden wir pünktlich fertig?
Bleiben wir im Kostenrahmen? Werden wir böse Überraschungen
erleben?“ Deswegen sei sie sich bewusst, dass neben sorgfältigsten
Planungen und einer organisatorischen Spitzenleistung quer durch
alle Abteilungen auch ein Quäntchen Glück zum Gelingen beigetragen
habe. Es gab nur einen Ausfall, “aber der war wirklich schlimm“, so
Schlingmann: Die “Tosca“-Vorstellung am 30. November musste eine
Stunde vor Beginn abgesagt werden. “Auch wenn die Technik versagt
hat, unser Publikum an diesem Abend war großartig. Es hatte viel
Verständnis für die Situation und blieb gelassen.“ Matthias
Almstedt unterstreicht die Komplexität der Baumaßnahme: “Das Ganze
war eine gigantische Herausforderung. Allein die Logistik der
Baustelle erforderte intensive Begleitung und Bereitschaft quasi
rund um die Uhr. Denn bei unserem engen Zeitplan mussten wir auf
jede noch so kleine Verzögerung sofort reagieren.“ Das bestätigt
Arne Löffler, Vorstand der projektleitenden Kondius AG: “Natürlich
haben wir immer wieder Plan und Ist-Zustand verglichen, um auf
Abweichungen und Verzögerungen sofort flexibel reagieren zu
können.“ Und Ralf Heid, Technischer Direktor des SST, ergänzt:
“Wenn wir nicht schon vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen
begonnen hätten, wenn wir nicht jedes Detail genauestens geplant
und berechnet hätten, wäre der Umbau in so kurzer Zeit nicht
machbar gewesen.“ Die neue Bühnentechnik des SST ist auf dem
modernsten Stand. Die Obermaschinerie besteht nun aus 79 elektrisch
betriebenen Zügen, davon 4 Panoramazüge und 10 Punktzüge. Die
Untermaschinerie verfügt über vier ebenfalls elektrisch verfahrbare
Doppelstockpodien mit automatisierten Schrägstellern. Jedes der
Podien ist mit einer Tragkraft von 32 Tonnen ausgestattet. Fünf
Seitenbühnenwagen ermöglichen den szenischen Einsatz von
vormontierten Bühnenbildnern. Der verfahrbare und absenkbare
Hinterbühnenwagen besteht aus einer Drehscheibe mit 11,60 Metern
Durchmesser plus separatem Drehring, der unterschiedliche
Geschwindigkeiten und gegenläufiges Drehen ermöglicht.