Alternative Frequenzbereiche für drahtlose Mikrofone

 
 
 
 
 
 
Aktuell wird in vielen Nationen in politischen Entscheidungsgremien die Bereitstellung
von neuen Frequenzbereichen für Ausbildung, Kunst, Kultur und Creative‐Industrie beraten. Der Interessenverband APWPT stellt hiermit weiterführende Sachinformationen zur Verfügung.
1) Welche Frequenzbereiche werden beraten
 
‐  1350 bis 1400 MHz
Ein Frequenzbereich für wissenschaftliche Nutzung im Rahmen der Radioastronomie (Beobachtung weit entfernter Himmelsregionen) und zeitweilige militärische Nutzung, in der Regel außerhalb von Ballungsgebieten.
‐  1518 bis 1525 MHz
Ein Frequenzbereich für den Satellitenfunk der seit vielen Jahren praktisch unbenutzt ist.
Beide Frequenzbereiche werden von den zuständigen europäischen Gremien für eine nationale Bereitstellung empfohlen (2).
2) Warum werden alternative Frequenzbereiche beraten?
Nach 800 MHz wird aktuell der Frequenzbereich 700 MHz auf eine Nutzung durch „Handy und Co“ (3)  vorbereitet. Zusätzlich sollen Sicherheitsdienste Zugang zu 700 MHz bekommen. Damit ist die weitere Nutzung durch drahtlose Mikrofone ausgeschlossen (4).
3) Auf welcher Grundlage werden alternative Frequenzbereiche beraten
Im Jahr 2012 hat die ITU, eine Organisation der Vereinten Nationen (UNO), Studien zu alternativen Frequenzen für drahtlose Mikrofone aufgenommen, um die Auswirkung einer geänderten 700 MHz‐ Nutzung zu untersuchen und alternative Frequenzbereiche zu identifizieren (5). Die Studienergebnisse wurden in Europa in weiteren Studien präzisiert (6).
Ergebnis: 1350‐1400 MHz und 1518‐1525 MHz sind grundsätzlich für drahtlose Mikrofone geeignet.
Einschränkung: Drahtlose Mikrofone, die unmittelbar auf dem Körper getragen werden, sollten weiterhin auf Frequenzen im UHF‐TV‐Bereich betrieben werden.
4) Wie findet eine nationale Umsetzung der Studienergebnisse statt?
Im Rahmen nationaler Verwaltungsabläufe gibt es grundsätzlich zwei Verfahren:

  • Die kurzfristige Bereitstellung dieser Frequenzbereiche, z. B. für Sonderveranstaltungen. Der Nachteil ist, dass dadurch keine langfristige Planungssicherheit eingeräumt wird. Das erschwert notwendige Investitionen.

  Aufnahme alternativer Frequenzbereiche in die nationale Frequenzzuweisung.
Der Vorteil ist eine langfristige Bereitstellung und damit Investitions‐ und Planungssicherheit für Hersteller und Anwender drahtloser Mikrofone.
5) Weiterführende Informationen
APWPT und seine Mitglieder nehmen seit vielen Jahren an (inter‐)nationalen Studien und Entscheidungsprozessen teil und unterstützen diese Arbeit nachhaltig. Wir sind daher umfassend über diese Abläufe informiert und stehen Ihnen gerne beratend zur Verfügung. Sie erreichen uns über diese Kontaktadressen: office@apwpt.org / +49 (0) 91 91 97 90 554
2 Aufnahme in die CEPT‐Empfehlungen ECC REC 25‐10 und ECC REC 70‐03.
3 Vereinfachung für eine Reihe drahtloser Technologien, i.d.R. bereitgestellt von Mobilfunkanbietern.
4 Weltfunkkonferenz 2015 hatte die weitere Nutzung in Frequenzbereich 694‐703 MHz und 733‐758 MHz vorgeschlagen. 5 ITU‐R Report BT.2338.
6 Zum Beispiel ECC Report 245 und ECC Report 253.

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