Auszeichnung für Vincent Kaufmann, Mitarbeiter des digital.DTHG-Projekts

Für seine Abschlussarbeit “Einsatz von virtueller Realität als Methode zur Gestaltung und Entwicklung von Bühnenbildern am Theater“ wurde Vincent Kaufmann am 30. Oktober 2020 vom VDI Berlin-Brandenburg mit dem 3. Preis des Wettbewerbs „Mensch und Technik“ geehrt.

Die mit 6.000 Euro dotierte Ausschreibung hatte sich an Studierende sowie Absolventinnen der Hochschulen und junge Start-Ups aus beiden Bundesländern gerichtet. Die Festveranstaltung unter strengen Hygienebedingungen fand mit den besten Berlin-Brandenburger Hochschul-Absolventinnen des Jahrganges 2019/2020 im Gasometer des EUREF-Campus Berlin statt.

Kaufmann – der bereits im Alter von 12 Jahren als Schauspieler den Weg ans Theater fand, im Jahr 2016 seine erste Musicalproduktion “Salthill – Das Musical” leitete und im Jahr 2019 ein Praxissemester in der technischen Leitung am Burgtheater Wien absolvierte – verfasste seine Abschlussarbeit im Studiengang Theater- und Veranstaltungstechnik und -management der Beuth Hochschule, betreut von Prof. Dr. Bri Newesely und Pablo Dornhege.

Die Laudatio hielten die in Forschung und Lehre erfahrenen Projektleiter:innen und Beauftragte für Digitalität und Neue Technologien der DTHG, Pablo Dornhege und Franziska Ritter.

Wie Ritter und Dornhege betonten, werden die Aufgaben und Anforderungen an Theatern immer größer, bei gleichzeitig begrenzten Zeit- und Personalressourcen. Es gelte, neue Wege zu finden, um Abläufe zu optimieren und den Menschen die Arbeit zu erleichtern. Kaufmann ging im Rahmen seiner Arbeit der Frage nach, ob der Einsatz von Virtual Reality als Technologie ein sinnvolles Mittel sein kann, um den wachsenden Anforderungen am Theater gerecht zu werden. Hierbei richtete er den Fokus auf den Entwicklungsprozess von Bühnenbildern und -räumen, insbesondere auf die “Bauprobe”, bei der alle Beteiligten einer Theaterproduktion aus den unterschiedlichen Aufgabenbereichen im Bühnenraum zusammenkommen und anhand eines mit einfachen Mitteln in Dimension und Proportion gebauten provisorischen Bühnenbilds über Umsetzbarkeit, Konstruktion und z. B. Beleuchtung diskutieren.

In seiner Arbeit habe Kaufmann eine Vielzahl von Virtual-Reality-Programmen aus den Bereichen Architektur, Industriedesign und räumlichen Prototyping erprobt, um herauszufinden wie sich diese Anwendungen auf die Bauprobe und theaterspezifische Arbeitsprozesse adaptieren lassen. Hierbei habe er die Potentiale, aber auch die Komplexität der Technologien schnell erfasst und mit seinem fundierten Fachwissen und seiner weitreichenden Praxiserfahrung verknüpft. Aus seinen Erkenntnissen entwickelte er drei, wie Ritter und Dornhege lobten, “sehr präzise beschriebene Workflows, um den vielfältigen Anforderungen unterschiedlicher Häuser gerecht zu werden”.

Diese Ansätze führten auch zu Synergien mit dem DTHG-Projekt “Im/material Theatre Spaces” und eröffneten Kaufmann den Weg zu seiner Mitarbeit im DTHG-Digital-Team seit dem Jahr 2020.

Kaufmann habe sich “innerhalb kürzester Zeit mit seiner positiven Art und erfrischenden Mentalität in unsere Herzen gespielt”, erklärten Ritter und Dornhege. Die Inhalte und Erkenntnisse seiner Arbeit könne er nun in der Praxis anwenden. Mit dem Workshop “How to go Virtual” reist er im Auftrag der DTHG nun als “VR-Coach” – also als mobiler Digital-Botschafter – durch Deutschland. Vor Ort leistet er Überzeugungsarbeit und transferiert das Wissen über Workflows, Software und Hardware rund um die “Virtuelle Bauprobe” in den Arbeitsalltag vieler Veranstaltungstechniker:innen, Konstrukteur:innen oder Bühnenbildner:innen. Mit “charmanter und persistenter Freundlichkeit” wisse er auch diejenigen zu begeistern, die der Technologie erstmal skeptisch entgegentreten.

Die DTHG gratuliert Vincent Kaufmann an dieser Stelle nochmals ganz herzlich zu dieser Auszeichnung!

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