Trier: Nun Sanierung statt Neubau

In Sachen Sanierung des Theaters in Trier weist der Kompass der Stadt nun in Richtung Sanierung statt Neubau. Mit 45 Stimmen entschied der Stadtrat für eine Sanierung, lediglich drei Abgeordnete der AfD und FDP stimmten dagegen.

Das Kostenvolumen der Sanierung beläuft sich auf knapp 49 Millionen Euro, bezogen auf das Preisniveau des Jahres 2018. Die Summe enthält einen 15-prozentigen Risikoaufschlag für die Altbausanierung. Jährliche Kostensteigerungen von vermutlich drei Prozent wegen der Preisentwicklung im Bausektor werden erwartet. In die Kostenkalkulation durfte das nicht aufgenommen werden.

Die Sanierung beinhaltet unter anderem die Erneuerung der Außentüren und Fenster sowie des Daches. Die Heizungsanlage wird ebenfalls komplett erneuert, ebenso die Abwasser-, Wasser- und Feuerlöschanlagen. Auch die in die Jahre gekommene Bühnentechnik wird ausgetauscht. So werden etwa die Handkonterzüge auf elektrische Antriebe umgestellt. Die Eingangshalle wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Während der Sanierung wird der Spielbetrieb in einen neuen Saal ausgelagert, der neben der Tufa entsteht. 6,9 Millionen Euro Baukosten werden dafür veranschlagt. Dieses Gebäude steht danach für die freie Kunstszene zur Verfügung. Geplanter Wiedereinzug in das sanierte Stadttheater: August 2024.

siehe auch hier.

Fachtagung Landestheater und Bespieltheater in NRW

 

Die Stärkung des Theaters in der Fläche war das Ziel der Fachtagung „Landestheater und Bespieltheater in NRW – Bestandsaufnahme und Perspektiven“ am Mittwoch, 6. Februar 2019, im Rheinischen Landestheater Neuss. Anlässlich der Ergebnisse der „Bestands- aufnahme Gastspielmarkt NRW“ hatten das Kultursekretariat NRW Gütersloh, die INTHEGA (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e. V.) und die Landestheater NRW – das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel, das Landestheater Detmold, die Burghofbühne Dinslaken und das Rheinische Landestheater Neuss – die gemeinsame Konferenz initiiert.

Über 100 Gastspiel-Veranstalter*innen, Kulturschaffende und Kulturpolitiker*innen setzten sich mit den Herausforderungen und Perspektiven der Theaterarbeit in den ländlichen Regionen auseinander. Im Zentrum der Tagung standen Fragen nach dem baulichen Zustand der Theatergebäude oder nach potentiellen Fördermodellen für Bespieltheater, die über kein eigenes Ensemble verfügen.

Gast der Konferenz war Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. „Theater laden die Menschen ein, ihre Wahrnehmung zu schärfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und selbst initiativ zu werden. Die Programmangebote der Landestheater und der Bespieltheater decken dabei eine große Bandbreite ab: Vom Experiment bis zur guten Unterhaltung, von der großen Schauspiel- produktion bis zur kleinen mobilen Bühne, von der Opernproduktion mit Orchester bis zum Tanz. Das macht die Theater zu einer unverzichtbaren Säule des Kulturlebens in den Städten und Regionen Nordrhein-Westfalens“, sagte die Ministerin.

Frank Schellenberg, Geschäftsführer der actori GmbH, stellte die „Bestandsaufnahme Gast- spielmarkt NRW“ vor, die von den vier Landesbühnen in Auftrag gegeben und vom NRW- Kulturministerium gefördert wurde. In seinem Beitrag gab er einen Gesamtüberblick über die räumlichen, infrastrukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Bespieltheater.

Bernward Tuchmann, Geschäftsführer der INTHEGA, und Wesko Rohde, Vorstands- vorsitzender der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft, zeichneten in ihrem Vortrag über die Infrastruktur von Theaterbauten ein heterogenes Bild der Theaterlandschaft in der Fläche. Ein Plädoyer für eine stärkere Förderung der Bespieltheater hielten Antje Nöhren, Geschäftsführerin des Kultursekretariats NRWGütersloh, und Christian Schäfer, künstleri- scher Leiter des Theaters Gütersloh.
An acht Thementischen diskutierten die Tagungs-Teilnehmer*innen am Nachmittag unterschiedliche Aspekte der vorangegangenen Impulsreferate sowie Fragen der Besucherstruktur, Interkultur oder Inklusion. Ebenso erörterten die Gäste verschiedene Kooperationsmöglichkeiten von Bespieltheatern mit lokalen Institutionen oder den Austausch mit der Kommunalpolitik vor Ort.
In der abschließenden Gesprächsrunde wurden Perspektiven für die weitere Zusammen- arbeit zwischen Landes- und Bespieltheatern und mögliche Förderansätze ausgelotet. Dieser Ausblick auf das Theater in der Fläche wurde – moderiert von Peter Grabowski – für das WDR 3 Forum aufgezeichnet. Die Sendung wird voraussichtlich am 17. März 2019, 18.04 Uhr, auf WDR3 ausgestrahlt.

Landestheater erfüllen eine Doppelfunktion: Zum einen bespielen sie in ihrer Stadt das eigene Haus. Zum anderen ist es ihr kulturpolitischer Auftrag, qualitätsvolles und mobiles Theater in die Gastspielhäuser der nordrhein-westfälischen Kommunen ohne eigenes Theaterensemble zu bringen.

Auf dem Foto:
Vorne, v. l. n. r.:
Wesko Rohde, Vorstandsvorsitzender der DTHG
Bernward Tuchmann, Geschäftsführer der INTHEGA
Stefan Dörr, Verwaltungsdirektor, Landestheater Detmold
Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Kulturdezernentin, Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Georg Heckel, Intendant, Landestheater Detmold

 Hinten, v. l. n. r.:
Reinar Ortmann, Intendant, Rheinisches Landestheater Neuss
Antje Nöhren, Geschäftsführerin des Kultursekretariats NRW Gütersloh
Heike Czarnetzki-Buschheuer, Verwaltungsleitung, Burghofbühne Dinslaken
Mirko Schombert, Intendant, Burghofbühne Dinslaken
Dirk Gondesen, Verwaltungsdirektor, Rheinisches Landestheater Neuss
Günter Wohlfarth, Geschäftsführender Direktor, Westfälisches Landestheater Castrop-Rauxel
Caroline Stolz, Intendantin ab 2019/20, Rheinisches Landestheater Neuss

Practical insights – Focus on exchanging knowledge and interactive formats at Stage|Set|Scenery 2019

Practical insights – Focus on exchanging knowledge and interactive formats at Stage|Set|Scenery 2019

Trade show and conference from 18 to 20 June 2019 in Berlin, Germany

What are the latest stage equipment and stage technology trends? What sound system and lighting innovations are there? What precautions need to be taken when working under suspended loads? Once again, the focus at Stage|Set|Scenery, which will be taking place for the third time, is on discussing industry topics. From 18 to 20 June 2019 the international trade show and conference for theatre, film and event technology will be taking place on the Berlin Exhibition Grounds. The event is co-organised by Messe Berlin and the Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG) – the professional association representing the German theatre and event technology industry.

Stage|Set|Scenery 2017
– cast C.ADOLPH & RST DISTRIBUTION –

More than 270 exhibitors from over 20 countries and round about 6,600 trade visitors are expected to attend Stage|Set|Scenery 2019. Everyone who is important for a successful production will be gathered in Halls 19 to 22 and the Palais am Funkturm. They represent planning, architecture, film, event services, stage, lighting, sound, video and media technology, make-up, costume and stage-set design, acoustics, studio, exhibition and museum technology. Companies taking part include Alfa System, Bosch Rexroth, cast, ETC – Electronic Theatre Controls, Gala Systems, GERRIETS, HOAC, Kunkel Consulting International, Müller-BBM, Lightpower, Robe Lighting, SBS Bühnentechnik, Sennheiser, Shure, Trekwerk, TAIT Stage Technologies, Waagner-Biro Austria Stage Systems and Yamaha Music Europe GmbH.

From the LightLab to the Safety in Action Stage – highlights at the fair

Stage|Set|Scenery 2017
– LightLab – “Light without power”, Frank Lohse, Lunatx Special Effects und Manfred Olma, mo2design (r.)

The LightLab will be devoting itself to topics concerning lighting, projection and networks. It will be curated by Manfred “Ollie“ Olma of mo2 design, an internationally renowned lighting designer. In addition to a dialogue with manufacturers and demonstrations of spotlights in action the programme will also feature innovative formats such as ’The Lighting Check’ – an improvised theatre performance with a creative take on practical lighting and lighting technology issues. One of the highlights of the LightLab  will be the Lifetime Talks, a new format‚ where ’Ollie‘ Olma will meet well-known figures from the event and lighting technology industry whose lifetime achievements have made a lasting contribution to this sector.

In 2017, the SoundLab was very busy on all days of the event. Away from the bustle of the show trade visitors were able to experience the sound of state-of-the-art audio systems. In 2019, the SoundLab will be dealing with practical issues on the subject of audio, acoustics and sound systems again. Numerous manufacturers will also be able to present their innovations there.

Working under suspended loads, stage rigging equipment and airborne camera systems –  the slogan of the Safety in Action Stage will be ’Up in the Air’. Drones are playing an increasingly important role, and not only in film production. The Fire Prevention Dialogue and SIL 3 Dialogue will also be taking place again.

www.stage-set-scenery.com

 

Technologie wieder als Vorwand für politische Zensur?

Das Königliche Opernhaus in Madrid hat das Gastspiel des Ensembles Shen Yun Performing Arts aus technischen Gründen abgesagt.
Shen Yun Performing Arts ist eine der führenden klassischen chinesischen Tanz- und Musikkompanien mit Sitz in New York. Sie führt klassischen chinesischen Tanz, ethnischen und Volkstanz auf, mit Orchesterbegleitung und Solisten. 5.000 Jahre lang blühte diese Kultur in China auf. Durch atemberaubende Musik und Tanz belebt Shen Yun diese herrliche Kultur. Shen Yun, oder 神韻, kann übersetzt werden als: „Die Schönheit der tanzenden göttlichen Wesen.“
Aber in Wirklichkeit, so vermuten Insider, existieren diese technischen Schwierigkeiten nicht. Das Opernhaus in Madrid ist in dieser Hinsicht gut ausgestattet. Auch der ehemalige tschechische Kulturminister Daniel Hermann ist kritisch. Er ist überzeugt, dass die chinesische Botschaft ihre Finger im Spiel hat. Sie würde Erpressung betreiben.
Pikant: Darüber hinaus ist der chinesische Botschafter in Spanien Teil des „Diplomatischen Kreises“ des Royal Opera House, einer Gruppe von Diplomaten, die laut Theater-Website den internationalen Ruhm des Theaters fördern.

Seit der Gründung des Ensembles im Jahr 2006 hat das chinesische Regime die geplanten Aufführungen immer wieder gestört, unter anderem in Holland, Dänemark, Südkorea, Australien und den USA.

In den meisten Fällen versuchen die Botschaften von China, Druck auf die Theater auszuüben, ihre Räumlichkeiten nicht an Shen Yun zu vermieten oder Shows abzusagen. Das kommunistische Regime übt auch Druck auf Regierungsbeamte aus, sich die Aufführungen nicht anzusehen oder sich öffentlich für das Unternehmen einzusetze n.

Das in New York ansässige Unternehmen wurde von Praktizierenden der Falun Gong Buddhist Cultivation School gegründet, die wegen ihres Glaubens auf dem chinesischen Festland verfolgt werden.

1999 startete der damalige chinesische Präsident Jiang Zemin eine landesweite brutale Kampagne zur Vernichtung von Falun Gong, nachdem eine staatliche Volkszählung gezeigt hatte, dass die Zahl der Praktizierenden damals mit rund 100 Millionen die 70.000 Mitglieder des KP weit überstieg.

Theaterpreis des Bundes

Bettina Jahnke (Intendantin des Hans Otto Theater Potsdam), Ulrike Kolter (Redaktion Die Deutsche Bühne), Jörg Albrecht (Leiter des Center for Literature auf Burg Hülshoff) und Matthias Schulze-Kraft (Künstlerischer Leiter des Lichthof Theaters Hamburg) sind jetzt von Kulturstaatsministerin Monika Grütters in die Jury für den 3. Theaterpreis des Bundes berufen worden.
Der Preis würdigt die kulturelle Arbeit kleiner und mittlerer Theater jenseits der Metropolen; er zielt auch auf die Häuser der freien darstellenden Künste. Erstmals richtet sich die Ausschreibung an Häuser, die über kein festes Ensemble verfügen.
Bewerbungsfrist ist der 15. Februar 2019.
Bewerbungsverfahren und Preisverleihung, die für Juni 2019 vorgesehen ist, liegen beim deutschen ITI-Zentrum. Mehr gibt [es hier zu lese](https://www.iti-germany.de/index.php?id=220&mid=113&aC=d7cc997b&jumpurl=4)n.

Der Theaterpreis des Bundes wurde 2015 als „Ermutigungspreis“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Staatsministerin Monika Grütters zusammen mit dem Zentrum Bundesrepublik Deutschland des Internationalen Theaterinstituts ins Leben gerufen und im Dezember 2015 erstmals vergeben.