Trier: Theaterneubau statt Sanierung


Die Generalsanierung des Theaters in Trier ist seit langem fällig. Das Theater ist nicht nur technisch marode sondern auch keine architektonische Schönheit, mit der die Stadt Trier aufwarten kann. Machbarkeitsstudien wurden erstellt, doch dann begann, wie so oft, eine große Diskussion. Experten nennen es den „Fluch der ersten (politischen) Zahl“, wenn an Hand einer Gesamtsumme, das gesamte Sanierungsvorhaben immer wieder debattiert und dabei so viele verschiedene Varianten, die in Wirklichkeit Kürzungen darstellen, gegeneinander gerechnet werden, bis das eigentliche Vorhaben zur Unkenntlichkeit entstellt ist. Auch in Trier pendelten die Zahlen von 55 bis zu 48 Millionen, aber dann ohne Orchesterprobenraum. Ein anderes Szenario sah der Auslagerung der Werkstätten vor und mehr, so ließe sich unter Weglassung aller möglichen zukunftsgewandten Ideen am Ende alles auf 31,5 Millionen zurechtstutzen.
Doch nun scheint die Diskussion eine andere Wende zu nehmen. Ein möglicher Neubau, der allen Arbeitsplatzanforderungen Rechnungen tragen würde, halten die Verantwortlichen der Stadt für rund 65 Millionen Euro für möglich.
Denkbar sei ein Grundsatzbeschluss des Stadtrates bereits im Januar 2019 – so berichtet der Pfälzische Merkur – ab 2021 könnte gebaut werden.
Auch für die Einrichtung einer Interimsspielstätte gibt es drei Vorschläge – ob allerdings eine Bauzeit von drei Jahren realistisch ist, bleibt fraglich.

5G-Testversuch im TV-Kanal 56: 750-758 MHz

Das Institut für Rundfunktechnik GmbH (IRT) hat uns informiert, dass im TV-Kanal 56 (750-758 MHz) am Standort Wendelstein ein Testsender des Bayerischen Rundfunks (BR) für das Forschungsprojekt „5G TODAY“ in Betrieb genommen worden ist.

Bitte beachten Sie, dass in der Testregion die Verwendung von drahtlosen Mikrofonen oder vergleichbarer Werkzeuge nicht mehr möglich ist.

Weiterführende Informationen erhalten Sie über diese Links:

1) https://www.br.de/presse/inhalt/pressemitteilungen/br-stellt-standorte-und-programm-fuer-5g-tests-zur-verfuegung-100.html

2) https://www.rohde-schwarz.com/de/unternehmen/news-und-presse/details/pressebereich/pressemitteilungen-detailseiten/rohde-schwarz-treibt-mit-kathrein-weltweit-ersten-lte-broadcast-high-power-high-tower-sendebetrieb-voran-pressemitteilungen-detailseite_229356–598412.html

MEET Wien- Zu Besuch bei Freunden

Unweit des Praters, wo das Riesenrad des “Dritten Mann” sich nach wie vor dreht, liegen die Messehallen von Wien.

Hier fand heuer- gerne wollte ich dieses Wort einmal benutzen – die MEET, Österreichs größte Veranstaltungsmesse statt.

Die gelungene Mischung aus Ausstellungen, Fachvorträgen und Roundtables macht die Messe zu einer hochinformativen Bildungsveranstaltung, die neben Neuerungen im bühnentechnischen Bereich- rund um Veranstaltungen- auch die Möglichkeit gibt, sich mit den aktuellen Entwicklungen der Branche auseinanderzusetzen und mit Kollegen und Fachleuten zu diskutieren.

Die besonders familiäre und freundschaftliche Atmosphäre macht die MEET zu einen Ereignis.

Die Intensivierung von Kooperationen der DTHG mit der OeTHG, die guten Gespräche und der Austausch sichern länderübergreifend und im besten Sinne europäisch, die Zukunft unserer Verbände und unserer Mitglieder.

Einen herzlichen Dank an unsere Gastgeber! Wir freuen uns auf die kommenden gemeinsamen Veranstaltungen.

WR

Erste Hilfe für die Kultur


Wer Freunde oder Kollegen in einem Theater besucht, der landet früher oder später in der Kantine. Eine Theaterkantine ist ein Marktplatz, auf dem Nachrichten, Gerüchte, Befindlichkeiten und vieles mehr großzügig gehandelt werden. Nicht selten stehen dort Geschichten über Überbelastung, Frustration, Neid und andere beschwerliche Dinge hoch im Kurs. Nach einer Stunde hat man so viel über Stress und Erschöpfung gehört, dass man sich fragt, wie man es überhaupt im Theater aushalten kann.
Psychische Belastungen im Theater und Kulturbereich sind an der Tagesordnung. Genau hier setzt Christina Barandun mit ihrem Buch Erste Hilfe für die Künstlerseele an. Während auf der Bühne hohe humanistische Ziele verkündet werden, steht es im Schatten der Hintebühne damit nicht immer zum Besten. Kommunikationsstrukturen, die Frustrationen auslösen, gehören zum Alltag im Theater. Doch was soll man tun?
Augen auf, bei der Berufswahl?
Neben vielen nützlichen und grundsätzlichen Beschreibungen bietet Barandun in ihrem Buch – und das ist eine seiner größten Stärken – zahlreiche konkrete und praktische Tipps sowohl für jeden Einzelnen als auch für den Teamleiter bis hin zum Direktor an. Gleichzeitig scheut sie nicht davor zurück, die aktuelle Situation im Theaterbetrieb ungeschminkt und ungeschönt zu konstatieren.

In Sachen Personalführung sind die Theater gegenüber der Wirtschaft und Industrie mindestens 20 Jahre im Rückstand.

Moderne Kommunikationsstrukturen, Wertschätzung, alternative Modelle der Personalentwicklung stecken bestenfalls in den Kinderschuhen. Es herrschen meist streng hierarchische Strukturen vor, die zur täglichen Frustration beitragen. Alles oftmals mit dem Primat der Freiheit der Kunst begründet.
Doch das muss nicht so sein. Barandun zeigt auf, wie mit vielen einfachen, konkreten und gleichzeitig folgenreichen Methoden, jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Situation entscheidend zu verändern und zu verbessern. Insofern kann dieses Buch empfohlen werden, auch und besonders Mitarbeitern im technischen Bereich des Theaters, auch wenn der Titel das leider so nicht ankündigt. Zudem ist der Text humor- und liebevoll geschrieben. Christina Barandun zeigt eine hohe Sachkenntnis des Theater-Betriebes und offenbart gleichzeitig ihre große Liebe dazu. Das ist Motivation genug, etwas an dem Umgang miteinander zu ändern, denn es ist möglich.