PODIUM

DTHG-Regionaltagung Nordost

am 25.10.2019 in Berlin

Vortrag von Andreas Bickel während der Regionaltagung Nordost, Foto: David Klamroth.

Die zweite Regionaltagung 2019 der DTHG Gruppe Nordost fand im Saal C in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin statt. Die Regionalgruppenleiter Olaf Frindt und David Klamroth waren sehr glücklich über die Wahl des Ortes, vor allem da bisher in diesem Theater keine Tagung stattgefunden hat. Die Tagung war mit annähernd 70 Teilnehmern sehr gut besucht.

Das Treffen stand unter dem Motto „Arbeiten im Theater – was bringt die Zukunft?“.

Zu Beginn stellte der Technische Leiter, Holger Ackermann, die Historie der Schaubühne als Theater und auch die spannende und wechselvolle Geschichte des Baus der Schaubühne am Lehniner Platz dar. Das Gebäude, ehemals ein Kino, wurde in den 1980er-Jahren komplett umgebaut. Es ist nun eine Veranstaltungsstätte, welche konsequent auf multifunktionale Raumkonzepte ausgelegt ist. Als besonderen Höhepunkt zur Darstellung der umfangreichen Technik und Geschichte der Schaubühne hatte Klaus Wichmann eine Broschüre erstellt, welche jeden bisher erschienenen BTR-Artikel zur Schaubühne enthält. Diese Broschüre konnten die Teilnehmer der Tagung kostenfrei mitnehmen. Vielen Dank an Klaus Wichmann für sein Engagement bei der Erstellung und Produktion der Broschüre.

Im Anschluss begeisterte Christina Barandun mit ihrem Vortrag „Wie motivieren wir eine neue Generation für das Theater?“. Hier stellte die zertifizierte Organisationsberaterin anschaulich dar, wie sich je nach Generation unterschiedliche Auffassungen und Einstellungen zur Arbeitsmethodik entwickelt haben und wie Theater auf diese neuen Herausforderungen reagieren können. In dem Vortrag wurde deutlich, dass der anstehende Generationswechsel, verbunden mit dem steigenden Fachkräftemangel, die Theater und Betriebe vor große Aufgaben stellt. Zum Ende des Vortrages entstand eine angeregte Diskussion zwischen den Teilnehmern und der Referentin.

Nach der Pause stellten Wesko Rohde, Sanela Kolb und Hubert Eckart die Neuigkeiten aus der DTHG-Verbandsarbeit vor. Diese Neuigkeiten sind auch den aktuellen Veröffentlichungen des Podiums zu entnehmen.

Dem Thema „Arbeit am Theater – was bringt die Zukunft?“ weiter folgend kam der nächste Vortrag im Doppelpack. Jens Mädler von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und Axel Tonn, Technischer Leiter der Bühnen Senftenberg stellten die Möglichkeiten des Einsatzes von jungen Menschen im Bundesfreiwilligendienst dar.

Jens Mädler, welcher den Fachbereich Freiwilliges Engagement leitet, zeigte auf, welche Voraussetzungen Arbeitgeber erfüllen sollten und welche Erwartungen an die Freiwilligen realistisch sind. Es wurde deutlich, dass der Einsatz von Freiwilligen für beide Seiten eine große Chance sein kann. Natürlich können und sollen Freiwillige keine Arbeitskraft ersetzen, der Einsatz bietet jedoch die Möglichkeit den Arbeitsplatz Theater im täglichen Betrieb und über einen längeren Zeitraum kennen zu lernen. Dies kann durchaus später zu einem Arbeitsverhältnis führen. Die praktischen Beispiele hierzu konnte Axel Tonn im Anschluss erläutern. Das Theater Senftenberg hat bereits mehrfach mit Freiwilligen zusammengearbeitet und in einigen Fällen sind aus den Freiwilligen später Mitarbeiter geworden. Axel Tonn stellte noch weitere Ansätze zur Nachwuchsgewinnung wie die Kooperation mit dem örtlichen Gymnasium vor. Hier führen das Theater, die Freiwilligen und Schüler des Gymnasiums eine Weihnachtsveranstaltung durch. Dies bringt jedes Jahr Anknüpfungspunkte zum Theater hervor, von denen alle Beteiligten profitieren. Nach dem sehr lebhaften Vortrag ließ es sich Axel nicht nehmen, weitere Themen zu adressieren, welche in unserem Verband diskussionswürdig sind: Ist es weiterhin haltbar, dass mit unterschiedlichen Verträgen gearbeitet wird? Sollten Bühnenmitarbeiter nicht besser wieder auf Grundlage eines gelernten Handwerkes und weniger als Allrounder, wie es die Fachkraft für Veranstaltungstechnik anmutet, eingestellt werden? Ist es wirklich sinnvoll, das Arbeitszeugnisse in einer Art Geheimcode verfasst werden müssen, welcher jegliche negative Aussage ausschließt? Fragen, welche weitergehende Diskussionen nach sich ziehen werden.

Nach der Mittagspause präsentierte Andreas Bickel von der Firma Gerriets die Möglichkeiten der Cargo-Schiene. Hierbei wurden die Möglichkeiten des Produkts am lebenden Objekt vorgestellt. Ein Cargo-Schiene-L war mit Hilfe der Schaubühne an drei Punktzügen im Bühnenbereich aufgehängt worden. Das System kann als multifunktionale Laststange eingesetzt werden. Eine große Zahl an theaterspezifischem Zubehör ist vorhanden und wird laufend weiterentwickelt.

Zum Abschluss fand eine Führung durch die Schaubühne statt, bevor das Treffen bei wunderbarem Herbstwetter ausklang. David Klamroth

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