PODIUM

DTHG-Regionaltagung West

Auch in Zeiten von Corona wollen wir die Arbeit in den Regionalgruppen nicht aussetzen, sondern, wenn es möglich ist, die Treffen mit den Kolleginnen und Kollegen weiter fortführen. Auch wenn besondere Zeiten besondere Konzepte brauchen um das Risiko einer Tagung gering zu halten.

Die Regionalgruppe West waren die Ersten, die sich dieser Aufgabe gestellt haben. Denn nur gemeinsam werden wir stärker aus der Situation hervorgehen.

Am vergangenen Mittwoch, 23.9.2020, fand die DTHG-Regionalgruppentagung in direkter Nachbarschaft zum Staatenhaus, im Tanzbrunnen Köln, statt. Zunächst hatten die Leiter der Regionalgruppe West, Martin Högg (Fa. HOAC Schweißtechnik GmbH) und Volker Rhein (Technischer Leiter der Oper Köln) geplant, die Veranstaltung im Staatenhaus im Saal 2 durchzuführen.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl und des schönen Wetters, konnte die Tagung kurzfristig in den Tanzbrunnen ins Freie verlegt werden, um so den Corona-Schutzmaßnahmen noch optimaler gerecht zu werden.

Passenderweise war das Thema des Tages die Verbreitung des Coronavirus sowie der mögliche Umgang damit an Theaterhäusern – und das Interesse war groß. Die Vorträge und Diskussionen wurden von ca. 100 TeilnehmerInnen vor Ort und bis zu 70 TeilnehmerInnen per Videostream verfolgt.

Die Begrüßung der Gäste durch Martin Högg und Max Haase wurde schon fast traditionell in T-Shirts vorgenommen, die mit dem Thema Corona zu tun haben. Vorne wurde für „Abstand halten“ geworben während hinten ein großer Virus den Thementag bewirbt. Volker Rhein musste per Videokonferenz zugeschaltet werden, da er sich zu dem Zeitpunkt in häuslicher Quarantäne befand.

Zu den Fachbeiträgen

Dr. Jörg Clasing vom betriebsärztlichen Dienst der Stadt Köln erläuterte in seinem Eröffnungsvortrag anhand von Zahlen und Diagrammen, dass die aktuelle Corona-Pandemie aus medizinisch-statistischer Sicht keinen Anlass für Ängste bürge, jedoch eine sachlich-nüchterne Bewertung unbedingt notwendig sei.

Kerstin Budde, anerkannte Expertin für Arbeitssicherheit an Theatern und Mitautorin der VBG Handlungshilfen, stellte in ihrem Vortrag per Videoschalte Schutzkonzepte vor, die an von ihr betreuten Theatern Anwendung finden – auch im Hinblick auf Gast-Compagnien.

Dr. Gabi Högg, promovierte Chemikerin und Geschäftsleiterin der HOAC Schweißtechnik GmbH, stellte den anwesenden „Nicht-Wissenschaftlern“ dar, wie Coronaviren aus chemischer und physikalischer Sicht inaktiviert werden und präsentierte in einem ergänzenden Vortrag ein System der Fa. Pronorm Air BV zur Luftdesinfektion. Diese Geräte arbeiten mit der sogenannten Ionisierung von Partikeln, welches die Viren inaktiviert.

Anke Schierenbeck, Keyaccount Managerin der VisionTwo GmbH, stellte in einem weiteren Firmenvortrag Produkte zur Desinfektion von Luft und Oberflächen mittels UV-C-Licht vor. Dabei können sowohl Requisiten als auch Luftströme durch Bestrahlung desinfiziert werden.

Im „Roundtable“ diskutierten Sebastian Bolz (Technischer Leiter des Schauspiel Köln), Lajos Wenzel (Intendant des Schlosstheater Neuwied), Michael Merckel (Technischer Direktor des Theater im Revier) gemeinsam mit dem Publikum über bereits umgesetzte Corona-Schutzmaßnahmen und die diesbezüglichen Verantwortlichkeiten.

Wesko Rohde, Vorstandsvorsitzender der DTHG, stellte in der traditionellen Rubrik „DTHG aktiv“ die aktuelle Verbandsarbeit vor. Der Schwerpunkt seiner Ausführungen war die BTT in Ulm, die als eine der ersten Messen in Deutschland stattfinden wird. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um das Risiko einer Infektion einzudämmen, erlauben die Durchführung der Veranstaltung mit einem überschaubaren Risiko. Auch das vorab erwähnte Thema der Luftreinigung wird hier zum Einsatz kommen. Der Roundtable Corona war ein weiterer Punkt. Er findet schon seit Monaten statt und erlaubt jedem Interessierten, sich über die Maßnahmen zum Durchführen sicherer Veranstaltungen zu informieren. Auch das Programm zur Förderung von kleinen Privattheater zeigt, wie aktiv die DTHG in Zeiten von Corona ist.

Den Abschluss der Fachbeiträge machten Stephan Granz und Lisa Borgert (WDR), die erklärten, wie sie seit Beginn der Pandemie kontinuierlich mit unterschiedlichen Maßnahmen und Erfahrungen ihre Styling-Arbeit fortsetzten.

Ein Teil der Beiträge wird nach einer kurzen Bearbeitungszeit für Mitglieder im DTHG-Forum zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg, die Bereitschaft vieler Kollegen aus den anderen Gruppen zu Reisen zeigt doch, wie groß der Bedarf ist, sich endlich mal wieder auszutauschen.

Diese Tagung war der erste Auftakt, die Veranstaltungen auch zusätzlich in einem Videostream zu übertragen. Gerade zu den momentanen Zeiten ist es ein wichtiges Angebot, auch wenn allen Beteiligten deutlich wird, dass es aber nicht den persönlichen Austausch ersetzt.

Martin Högg, Volker Rhein und Max Haase

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar