PODIUM

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe der DTHG zugewandte Menschen,

In dem von der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellten Team soll es künftig das Ressort Kultur und Bildung nicht mehr geben. Stattdessen soll das Thema bei der designierten Kommissarin für „Innovation and Youth“ Marija Gabriel (Bulgarien) angesiedelt werden.

Kultur ist das, was Europa besonders auszeichnet. Nicht der freie Binnenmarkt schafft eine gemeinsame Identität, nur die Kultur vermag das.
Wer durch die unterschiedlichsten Länder Europas reist, kann die lange und traditionsreiche Geschichte an Bauwerken der Städte entdecken oder in den zahlreichen Museen, Theatern, Parks und auch Landschaften wiederentdecken.

Ich bin gerne Europäer und sehr stolz darauf, dass nach Jahrhunderten der Kriegsplagen junge Menschen in die Kulturorte und Ausbildungsstätten Europas unter anderen, sehr positiven Vorzeichen zusammenkommen und unsere Gesellschaft entwickeln.

Jugend und Bildung sind deshalb für die Europäische Union und auch unseren prosperienden Verband sehr zentrale Themen.
Aber die Kultur steht über allem.
Sie kann nicht in der Rubrik „Bildung und Jugend” untergehen, sondern muss als große und zentrale Überschrift unser Lernen, Lehren und unser Zusammenleben bestimmen. Wir brauchen das klare Bekenntnis zu den Traditionen der europäischen Kultur und zum Weltkulturerbe Theater besonders.

Die Vielfalt der kulturellen Ereignisse spricht für sich selbst.
Unsere Kultur bestimmt unseren Umgang und den Respekt der europäischen Völker untereinander und verbindet. Sie trennt nicht wie es einige populistische Bewegungen in Europa gerne sehen würden.

Umso wichtiger wäre es gewesen, sich vonseiten der EU klar zu dieser Kultur zu bekennen und auch zu den vielen engagierten Menschen, die in Kunst und Kultur wirken und von jenen Populisten als Gefahr verstanden werden. Letztere sind eine Gefahr durch Engstirnigkeit und rückwärtsgewandtes Denken für eine friedliche gemeinsame Zukunft in Europa.
Es ist mir ein Herzensbedürfnis, das zu benennen und mich fur die Kulturmenschen Europas einzusetzen!

Herzlichst

Euer
Wesko Rohde

PS.
Die Weihnachtszeit steht bevor. In einigen Läden kamen die Dominosteine schon vor Monaten raus. Man hat sich daran gewöhnt, mit gerade abgeheiltem Sonnenbrand schon wieder Weihnachtsgebäck zu naschen.
In den Theatern steigt die Spannung, auch und vor allem in den Kinderaugen, wenn jetzt zur Vorweihnachtszeit die Märchen und Kinderproduktionen auf dem Spielplan stehen. Für die Theatermenschen eine herausfordernde, aber auch unverstellt fröhliche und nicht zuletzt laute Zeit, die der stillen Zeit vorausgeht.

Aber keine Bange, wie sagte es doch Karl Valentin: „Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird’s auch wieder ruhiger.”

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