PODIUM

Editorial

Unzählige Gutachten sind in den letzten acht Wochen auf den Weg gebracht worden. Nicht alle waren hilfreich. Viele von Druck und der Nervosität der Auftragegeber geprägt. Das ist verständlich.

Erkenntnisse der Wissenschaft flossen manchmal ein, Prognosen von Branchenkennern und (auch von vermeintlichen) Experten haben die Diskussionen angefacht und viel Energie verbraucht, wo Ruhe und pragmatische Lösungen sinnvoller gewesen wären.
Die Theaterwelt hat weitestgehend besonnen gehandelt, auch wenn ich eine gedankenvolle Phase der Besinnung sehr gewünscht hätte.

Die DTHG hat sich ganz bewusst dafür entschieden, für ihre Mitgliedschaft zu lesen und auszusortieren. Wir wollten vor allem hilfreich sein und den Menschen unserer Gemeinschaft zu Seite stehen, die nicht wussten, welcher aktuellen Meinung man folgen soll und wie man zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen tätig werden kann. Wir wollten vor allem Ansprechpartner sein und Fragen beantworten helfen. Antworten, die wir auch nicht kannten, das vielbesagte Auf-Sicht-fahren.
Einer Maxime folgten wir dabei allerdings: Gesund rein, gesund raus! Ob die Zuschauer oder die Theatermenschen, das möchten natürlich alle.

Die Unfallversicherer haben Ende April die Handlungsempfehlungen zu Covid 19 als dynamisches Papier herausgegeben. Bereits die Dynamik in der Erstellung und die Möglichkeit in regelmäßigen Abständen Verbesserungen oder Erleichterungen vornehmen zu können, sind für die Menschen im operativen Geschäft am besten umzusetzen. Auf wenigen Seiten wurden Eckpunkte festgesetzt, die durch individuelle Anpassungen an die Konfigurationen der Häuser gelebt werden konnten.
Das war sicher ein Einschnitt, aber schaffte auch Planungssicherheit in den Abteilungen der Theater.

Die Menschen in und um die Theater haben auch diese Herausforderung angenommen und jetzt sollten wir auch die Chance ergreifen, aus dieser Krise zu wachsen und schrittweise zum normalen Leben zurückzukehren.

Corona ist noch nicht vorbei, auch wenn der Eindruck beim Blick in die Parks und an die Seen entstehen könnte.
Theater braucht Nähe und Menschen. Halbleere Zuschauerräume kann man nur kurze Zeit ertragen, besonders wenn man auf der Bühne steht.

Eines ist noch besonders wichtig und sollte nicht vergessen werden: Es ist Sommer!

Bleibt gesund. Wer gesund ist kann alles Versäumte nachholen.

herzliche Grüße

Wesko Rohde

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar