Editorial

Es war und ist von großer Bedeutung, die Not vieler Kulturschaffender und Einzelunternehmen in den Fokus der Politik zu rücken.
Die Politik hat das aufgegriffen und gehandelt. Für einige sehr gut, für andere weniger gut. Das ist Krisenmanagement mit besten Absichten.

Relevante Verbände der Veranstaltungswirtschaft sehen ihr Heil darin, die Forderungen nach Nothilfe und Ersatzleistungen weiter voranzutreiben und bestenfalls zu verstetigen. Die Gewinne bleiben bei den Akteuren, die Verluste werden vergesellschaftet. Das kennen wir von den Banken.
Dabei erfuhren sie viel Unterstützung.
Zu Beginn der Pandemie war das ein richtiger Schritt. Den Menschen musste geholfen werden.

Die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft IGVW wäre der ideale Ort gewesen, die Interessen der unterschiedlichen bunten Gemeinschaft solidarisch zu bündeln. Diese Chance ist vertan. Einzelinteressen wogen schwerer und man gründete stattdessen neue Zusammschlüsse von Einzelverbänden. Die inflationäre Verwendung des Begriffes Veranstaltungswirtschaft ist dabei ebenso wenig hilfreich wie alle Symbolpolitik.

Einige weniger relevante Organisationen boten ihre Hilfe und Expertise der Poltik an und arbeiten seit Sommer letzten Jahres optimistisch und im Stillen an der Rückkehr des kulturellen Lebens, an Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten unter andem mit nachhaltigen zukunftsweisenden Investitionen.
Relevanz kommt mit der Bedeutung, so wie Weisheit mit den Verstand und nicht mit dem Alter kommt.

Die DTHG verteilt gerade insgesamt 95 Mio Euro aus den Förderprogrammen NeustartKultur an Einrichtungen und Veranstalter. 51 weitere Verbände unterstützen die Bundesregierung dabei.
Ein Neustart kann nur durch die Kernkompetenz der Kultur vorangetrieben werden oder einfacher: die Menschen haben Sehnsucht, Lust und Freude daran wieder in die Theater und Kulturorte zu gehen und wir müssen die Gegebenheiten schaffen, das zu ermöglichen. Sicher Öffnen und Spielen!
Langfristige Strategien müssen gestützt und gefördert werden. Gezielte Investitionen können nachhaltig die Kultur und die Kulturorte beflügeln und Menschen und Arbeitsplätze so ausstatten, dass ein moderner Spielbetrieb auch in 20 Jahren noch möglich ist. Die Pandemie werden wir nur durch großes Denken bewältigen, nicht durch temporäre Hilfsleistungen – so wichtig sie auch für den Einzelnen aktuell sind.

Der Erhalt der Kulturlandschaft muss daher das übergeordnete Ziel eines jeden zukunftsorientierten Verbandes sein.
Wir machen weiter.

Herzliche Grüße aus Bad Hersfeld von den Festspielen,

Wesko Rohde

Ps. Endlich wieder Theater!

 

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar