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Erneut: Veranstaltungstechnik als Ausrede


Das DAU-Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky sah vor, vom 12. Oktober vier Wochen lang einen Gebäudekomplex rund um das Kronprinzenpalais am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abzuriegeln. Besucher sollten „Visa“ kaufen können, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben. Geplant waren Filmvorführungen sowie Veranstaltungen etwa der Performerin Marina Abramovic und des Dirigenten Teodor Currentzis.
Jeder mag zu diesem Kunst-Projekt seine eigene Meinung haben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller, der Filmemacher Tom Tykwer, der Schauspieler Lars Eidinger und die Choreografin und Opernregisseurin Sasha Waltz sowie die Schauspieler Iris Berben, Veronica Ferres, Tom Schilling und Joachim Król sind dafür. Auch die Film- und Theaterregisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann, Susanne Kennedy und Ersan Mondtag, der Künstler Tino Sehgal und aus Hamburg der Thalia-Intendant Joachim Lux sowie Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant der Elbphilharmonie.

Dagegen sind natürlich auch viele Personen.

Doch es gibt ja bekanntlich die Freiheit der Kunst nach Artikel 5 Grundgesetz.
Und dann gibt es auch immer die Fragen nach der Sicherheit. Zum Glück für alle, die das Projekt verhindern wollen. Dieses mal musste wiederum die Veranstaltungssicherheit dafür herhalten: Berlins Behörden lehnen eine Genehmigung des Projektes ab. Danach haben „technische Probleme und Sicherheitsfragen“ den Ausschlag gegeben. In der Kürze der Zeit sei es nicht möglich gewesen, die notwendigen Überprüfungen in Bezug auf Brandschutz und Verkehrssicherheit vorzunehmen.
Was für ein „Glück“, dass es immer diese Ausreden gibt. Den Fachverband DTHG hat übrigens niemand dazu befragt, obwohl eine ganze Reihe der Mitglieder in diesem Metier tätig sind und bei diversen (Groß-)Veranstaltungen dies permanent unter Beweis stellen.

HE

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