PODIUM Uncategorized

Firmenporträt VisionTwo

Im normalen Fall hätte mich meine nächste Reise ins schöne Niedersachen geführt, um das nächste Firmenmitglied zu besuchen. Unsere Reisen sind nach wie vor eingeschränkt, also nutzte ich die Möglichkeit der Kommunikation durch Videomeeting und Telefongespräch.

In der heutigen Zeit ist es eine gute Alternative.

Claas Ernst der Geschäftsführer von VisionTwo GmbH hatte sich die Zeit genommen für ein kleines Interview.

Sanela Kolb: Was war das Motiv für die Gründung von VisionTwo? Mit welchen Ambitionen gingen Sie 2018 an den Start?

Claas Ernst: Auslöser der Gründung der VisionTwo im Jahre 2018 war eigentlich eine strategische Veränderung eines anderen Vertriebsunternehmen im Frühjahr / Sommer 2018, der VisionStage GmbH, für die ich bis 2018 als Consultant tätig war. Die VisionStage GmbH hatte derzeit die Ambition, sich auf eine Hauptmarke zu konzentrieren, und so gründete ich 2018 nach Rücksprache mit den Herstellern die VisionTwo GmbH und löste die Vertriebsverantwortlichkeit für die Marken Coemar, Desisti, GDS Global Design Solutions aus der VisionStage raus, und gab diesen Marken mit der VisionTwo eine neue Plattform. Die Vertriebsneugründung und der Wechsel der Marken hat diesen richtig gut getan, da diese durch unser kleineres Markenportfolio einfach mehr im Fokus standen und nach wie vor stehen. Die Mitarbeiter, die sich bei der VisionStage speziell um diese Marken gekümmert hatten, wechselten auch zur VisionTwo, wodurch wir von Anfang an ein starkes ambitioniertes Team, bestehend aus bekannten Gesichtern, am Start hatten.

SK: Wie sind Sie auf den Namen VisionTwo gekommen?

CE: Hier haben wir uns in Absprache mit der Geschäftsführung ein wenig an den Namen der vorherigen Distribution VisionStage angelehnt, um zumindest etwas Kontinuität zu kommunizieren. Der Vertriebswechsel ist sehr harmonisch zwischen allen Beteiligten abgelaufen. Wie gesagt, es gab eine strategische Neuausrichtung der Vision Stage, aber alle handelnden Personen haben verantwortungsbewusst zusammen eine Lösung erarbeitet, bei der keiner der Beteiligten (Hersteller, Mitarbeiter, etc.) verliert.

SK: Wie haben Sie sich auf dem Markt positioniert? Ich persönlich höre immer wieder, „ah ja ihr in euerem Markt das ist ja ein Mikrokosmos!“ Ein Mikrokosmos, der viel bewegt oder?

CE: In der Tat ist der Markt der Veranstaltungstechnik mit den Segmenten Theater, TV und Studios, Entertainment, aber auch der inszenierten Architektur schon ein Mikrokosmos und direkte vertrauensvolle Beziehungen zwischen Anwendern, Planern, Lichtdesignern, Herstellern und Vertrieben sind enorm wichtig, um kreative Ideen erfolgreich umsetzen zu können. Daher ist es auch gerade vor dem Hintergrund des Wissen über unser „People Business“ in unserer Branche erstaunlich aus der gerade erstellten wissenschaftlichen Studie des Research Institute for Exhibition and Live Communication zu erfahren, dass die gesamte Veranstaltungsbranche in Deutschland die sechstgrößte Wirtschaftsbranche ist. Und in der Tat, die Veranstaltungsbranche hat insgesamt 1,5 Millionen Mitarbeiter beschäftigt und es werden knapp 130 Milliarden Euro umgesetzt. Da wird also wirklich viel bewegt!

Wir als VisionTwo haben eine ganz klar definierte Distributions-Philosophie und arbeiten sehr fokussiert mit wenigen Herstellern zusammen und bilden die Plattform für eine sehr transparente und enge Dreiecksbeziehung zwischen uns als Vertrieb und Servicestützpunkt, den Herstellern, und den deutschen Marktteilnehmern. Ich glaube hier liegt der Unterschied zu vielen anderen Vertriebsunternehmen: Es geht bei uns nicht vorrangig um eine breite Marken- und Angebotsvielfalt, sondern um eine nachhaltige und allumfassende Vertretung von wenigen selektierten Herstellern.

SK: Haben Sie ein besonderes Verhältnis zum Theater, welches sind Ihre Lieblingsstücke?

CE: Ich habe ein besonderes Verhältnis zu Kultur im Allgemeinen. Dabei bin ich nicht speziell auf ein bestimmtes Genre wie Theater festgelegt. Ich mag viele kulturelle Ausdrucksformen, da gehört Theater ebenso zu wie ein klassisches oder Rock-Konzert, oder Tanz, oder andere künstlerische Ausdrucksformen. Vor ungefähr einem Jahr hatte ich die Möglichkeit, im Moskauer Bolschoi-Theater die Oper Carmen zu genießen. Das war schon ein großartiges Erlebnis!

SK: Und dann kam die Pandemie. In der Lockdown-Zeit hat sich gezeigt wie viele kleine Unternehmen erfinderischen Geist haben und alte Technik wiederbeleben. In diesem Falle, neben Ozon, die UV-C-Technik. Ich kenne diese Technik durch meinen Koiteich für die Wasserreinigung. Wie sind Sie drauf gekommen diese Technik zu verwenden?

CE: Wie Sie schon sagen ist die UV-C-Technik ja keine neue Technologie, sondern wird seit Jahrzehnten zur Desinfektion in Krankenhäusern, oder auch zur Wasseraufbereitung angewandt. Die Technologie ist allseits erforscht, mittlerweile auch in Bezug auf die erfolgreiche Bekämpfung des SARS-CoV-2-Virus, dem Auslöser von Corona. Seit dem Lockdown hat sich weltweit das Hygienebewusstsein im gesamtgesellschaftlichen Bereich stark verändert, und es geht jetzt darum, effektive und umweltverträgliche Lösungen zu finden, um aus dieser Lockdown-Starre wieder rauszukommen. UV-C-Licht eliminiert Mikroorganismen, unter anderem des SARS-CoV-2-Virus, und speziell auch unsere italienischen Hersteller, die ja im März mittendrin in einer menschlichen Tragödie während des starken Corona-Ausbruchs in Italien waren, haben frühzeitig engagiert nach Lösungen gesucht, um den Kampf gegen Corona zu unterstützen. So haben auch wir als VisionTwo-Team uns sehr früh mit dieser Materie beschäftigt und jetzt ein umfangreiches Produktportfolio von Oberflächen- und Luftdesinfektionslösungen am Start, die zum Beispiel bei der Wiedereröffnungsstrategie von Theatern und anderen Kulturstätten wirksam innerhalb eines Hygienekonzeptes eingesetzt werden können.

SK: Welche Strategie sind jetzt z. B. bei uns in Deutschland wichtig, um diese bestehende Technik effektiv in öffentlichen Einrichtungen zu nutzen?

CE: Wie bereits erwähnt ist die UV-C-Technologie nicht neu, aber sie wird bisher nur in bestimmten Applikationen angewandt, und ist dort als Sonderbau auch nicht unbedingt als günstige Desinfektionstechnologie bekannt. Historisch bedingt und aus Gewohnheit denkt jeder, der sich in Bezug auf das Thema Desinfektion äußert (und das schließt die Gesundheitsämter und Berufsgenossenschaften ein) erst mal an flüssige Desinfektionsmittel, also Chemie und deren Vernebelung oder Auftragen auf Oberflächen. Wir versuchen gerade durch viel Kommunikation und Aufklärungsarbeit die UV-C-Technologie als umweltverträgliche, kostengünstige und effektive Alternative zu chemischen Desinfektionsmitteln zu platzieren. UV-C-Technologie ist keine Allzweckwaffe und man muss auch hier im Umgang bestimmte Sicherheitsregeln beachten, aber UV-C-Technologie kann einen großen und wichtigen Teil eines gesamtheitlichen Hygienekonzeptes darstellen.

SK: Wie würde z. B. eine Bühne von 250 qm gereinigt werden?

CE: Wenn es um eine reine Oberflächendesinfektion der Bühne geht, dann könnte man zwei mobile 360°-Radiatoren UVM216 mit einer Leistungsaufnahme von jeweils 270 Watt auf der Bühne platzieren, die mit Ihrer UV-C-Strahlung innerhalb von 60 Minuten den gesamten Bühnenboden desinfizieren können. Da UV-C-Licht Unverträglichkeiten auf der Haut und Augenüberreizungen verursachen kann, sollen sich während des Desinfektionsprozesses keine Menschen oder Tiere auf der Bühne aufhalten. Unsere UV-C-Produkte sind mit mehrstufigen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet, unter anderem mit einem 360°-Bewegungssensor, der das Gerät beim Nähern eines Menschen abschaltet. Soll auf dieser Bühne Luft gereinigt werden, da wir wissen, dass SARS-CoV-2-Viren auch über Aerosole übertragen werden, dann könnte man dauerhaft einen Luftreiniger auf UV-C-Technologie-Basis nutzen. Beide Technologien zur Oberflächen- aber auch zur Luftreinigung ergänzen sich prima.

SK: Das, was mit der UV-C-Technologie nicht gereinigt werden kann, müsste dann händisch nachdesinfiziert werden, das ist, glaube ich, schon klar, aber die Kosten für Flüssigdesinfektion würden sich um einiges reduzieren oder?

CE: UV-C-Licht kann nur dort wirken und Mikroorganismen beseitigen, wo es ungehindert ankommt. Eine Türklinke zum Beispiel kann nicht auf der Rückseite durch einen UV-C-Strahler gereinigt werden, da dort das UV-Licht einfach nicht hinkommt. Solche sensiblen Stellen müssen dann händisch mit etwas Desinfektionsmitteln nachgereinigt werden. Aber mit Sicherheit würde sich die Menge der eingesetzten Flüssigdesinfektionsmittel deutlich reduzieren, und das spart nicht nur Kosten, sondern ist ein wirklich ökologischer Ansatz, da die Verwendung von Chemie drastisch reduziert wird und wir sogar noch etwas für die Umwelt tun. Am erwähnten Beispiel der Desinfektion von 250 qm Bühne mit zwei mobilen UVC-Radiatoren würden die reinen Anschaffungskosten für diese beiden UV-C-Geräte ungefähr den Kosten von 60 5-Liter-Kanistern Desinfektionslösung entsprechen. Und das sind nur die reinen Kosten für die Desinkfektionslösung, hinzu kommt der manueller Aufwand der Säuberung und die damit verbundenen Kosten.

SK: Welchen Wunsch hätten Sie für die Zukunft?

CE: So sehr wir uns sicher während der Corona-Zeit auf wichtige Tugenden wie Rücksicht, Solidarität, und Flexibilität besinnen, was sicher ein positiver Seiteneffekt ist, wünsche ich mir, dass diese Pandemie zeitnah ein Ende findet, ein wirksamer Impfstoff gefunden wird, damit wir alle bald wieder unseren normalen Tätigkeiten nachgehen können. Ich hoffe gerade auch für unsere Branche, dass die wirtschaftlichen Schäden und Einzelschicksale so gering wie möglich ausfallen. Sicher wird eine Zeit nach Corona anders aussehen als vor Corona, aber wir benötigen jetzt nachhaltige und sichere Strategien, um aus dem Lockdown raus zu kommen.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit. Wir wünschen dem gesamten Team alles Gute und bis bald auf der BTT in Ulm.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar