Hamburg beschließt, Theateraufführungen für Sehbehinderte zu fördern

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Hamburgs Bürgerschaft hat beschlossen, erstmals Theateraufführungen für Sehbehinderte zu fördern.
Um Theateraufführungen auch für Blinde und Sehbehinderte erlebbar zu machen ist eine Live-Kommentierung notwendig, die Kosten dafür liegen pro Inszenierung bei 8.000 bis 10.000 €. Das Hamburger Abendblatt zitiert den Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Hamburg, Heiko Kunert:

Das Projekt ist ein Meilenstein für die kulturelle Teilhabe der 3000 blinden und rund 40.000 sehbehinderten Menschen.

Das Pilotprojekt startet am 10. November um 15 Uhr im Ohnsorg Theater mit dem Stück „Lengen na Leev“ (Ein Mond für die Beladenen) mit audiodeskriptiver Begleitung. Am 10. Dezember um 20 Uhr präsentiert das Thalia mit „Don Giovanni. Letzte Party“ ebenfalls eine Vorstellung für Sehbehinderte.
Deutschland hat sich gemäß der UN-Konvention verpflichtet, Kulturveranstaltungen auch für hör- und sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen. In der Praxis scheitern Projekte aber an mangelnder finanzieller Unterstützung. Im DTHG-Bookshop kann die Masterarbeit von Mareike Soßdorf als eBook gekauft werden. Diese Masterarbeit vergleicht die Situation in Deutschland u.a. mit der in England und trägt den Titel: Untersuchung und Konzipierung von Theateraufführungen für Hörgeschädigte und kann hier bestellt werden.