Marius Lohmann: Projektmanager des Forschungsprojekts 
zu raumlufttechnischen Anlagen 
in Theatern und Konzerthäusern

Die DTHG plant ein gemeinsames Projekt mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes NRW, in dem der Bestand der raumlufttechnischen Anlagen der Theater und Landesbühnen untersucht und bei optimaler Funktion mit einem Siegel bewertet werden soll.

Für dieses Projekt konnten wir Marius Lohmann auf Zeit mit ins Boot holen, der in unterschiedlichen Bereichen seine Kenntnisse des Projektmanagents unter Beweis stellen durfte.

Was machst Du im Projekt und wofür steht es?

Bei dem Forschungsprojekt zu raumlufttechnischen Anlagen in Theatern und Konzerthäusern des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW und der DTHG geht es zunächst um die technische und hygienische Bestandserfassung des IST-Zustands von Lüftungsanlagen in Kulturbetrieben anhand von realen Daten. Mit den ausgewerteten Daten können sukzessive Kriterien und Maßnahmen erarbeitet werden, um einen sicheren Betrieb in Theatern und Konzerthäusern in Corona-Zeiten zu gewährleisten. Das langfristige Ziel wäre, durch eine Art Bewertungsverfahren Einrichtungen mit zuverlässig arbeitenden Lüftungsanlagen offiziell kennzeichnen zu können und so für Mitarbeiter und Besucher Transparenz schaffen zu können. In meiner Rolle als Projektkoordinator möchte ich die kommunikative Schnittstelle zwischen allen Beteiligten sein, behalte stets den Zeitplan des Vorhabens im Auge und sorge für einen reibungslosen Ablauf der Datenerhebung. Es ist umfassend, aber sehr spannend.

Wie bewertest Du ein solches Projekt?

Damit kulturelle Veranstaltungen sicher stattfinden können, benötigt es zuverlässige Rahmenbedingungen, die einen möglichst freien Alltagsbetrieb trotz Pandemie gewährleisten können. Für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ist dabei der Zustand einer raumlufttechnischen Anlage ungeheuer wichtig, denn diese kann, wenn sie gut funktioniert, das Infektionsrisiko entscheidend verringern. Dieses Forschungsprojekt kann in Zukunft für eine schnelle und sichere Beurteilung des Gefahrenpotentials im laufenden Betrieb eine wichtige Rolle spielen oder, je nach Zustand der Anlagen, auch Erleichterungen ermöglichen.

Wie ist Dein beruflicher Werdegang?

Ich bin studierter Kommunikationswissenschaftler und liebe Medien aller Art. Nachdem ich zunächst als freiberuflicher Mediengestalter Videos und Website-Inhalte für Start-Ups entwickelte, arbeitete ich zwei Jahre als Produktionsassistent für eine Werbefilmproduktionsfirma bevor ich als Projektmanager für Digital- und Online-Marketing zu einer Agentur wechselte. Seit Dezember 2020 bin ich bei der DTHG und unterstütze dort die Projektarbeit.

Wie verläuft der Kontakt zu den Theatern?

Wir führen zunächst Vorgespräche mit den jeweiligen Hausleitungen und stellen unser Vorhaben vor. Im Anschluss versuchen wir in engem Kontakt mit den zuständigen technischen Verantwortlichen alle von unserem Expertenteam definierten Kennzahlen und die dazugehörigen Betriebswerte in der Datenbank unserer Erhebung zu erfassen. Im Anschluss können wir eine umfangreiche Bewertung anhand unterschiedlicher Kriterien formulieren und am Ende steht im Idealfall eine „grüne Ampel“, die einen sicheren Betrieb der jeweiligen Einrichtung markiert. Wichtige Ansprechpartner sind die DTHG-Kolleginnen und -Kollegen in den Häusern.

Hast Du vorher schon Kontakt zu Kulturbetrieben gehabt?

Vor der Pandemie ging ich sehr gerne ins Theater aber auch in Ausstellungen und Museen. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich nach meinem Studium in Thüringen nicht nach Münster zurückgekehrt bin, sondern mich für Berlin als Wohnort entschieden habe. Berlin hat da wirklich viel zu bieten und es ist sehr schade, dass diese Einrichtungen momentan alle geschlossen sind. Wenn ich jetzt helfen kann, sie wieder zu öffnen, ist mir das eine echte Freude.

Infos unter https://lueftung.dthg.de

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar