PODIUM

Nachruf Friedrich Werning

Friedrich Werning – 08. September 1943 – 01. Juni 2020

Ein langjähriges DTHG-Firmenmitglied, Geschäftspartner, Kollege, guter Freund und liebevoller Familienvater, wurde plötzlich aus unserer Mitte gerissen.
Friedrich Werning war ein kultivierter, liebevoller Mensch und treuer Weggefährte, der uns allen sehr ans Herz gewachsen war. Untröstlich und fassungslos erfuhren wir von seinem plötzlichen Ableben.

Wesko Rohde, Walter Mäcken, Reiner Stute, Friedrich Werning (v.l.n.r.); im Hintergrund Alexandra und Andrea Werning

Bereits am 01. Januar 1976 trat er mit der frühen Mitgliedsnummer 206 in die DTHG ein. Am 01. November 1978 gründete er sein inzwischen längst bekanntes und legendäres Dienstleistungs-unternehmen „Werning Theatertechnik-Theaterbedarf GmbH“ mit Sitz in Recklinghausen. Just an dem Ort, an dem das „Seminar für Theatertechnik“ über eine lange Wegstrecke hinweg die Nachwuchstheatertechniker zu den Theater- und Beleuchtungsmeistern qualifizierte. Seine große Zuneigung und Begeisterung für die Theaterbranche, mit den dortigen Führungskräften und Entscheidungsträgern, gehörten genauso zu seiner bemerkenswerten Persönlichkeit, wie sein nachhaltiges Engagement für den Berufsverband. In den 44 Jahren seiner Mitgliedschaft lernte er das nationale und internationale Veranstaltungsbusiness aus dem ff kennen. Und andersherum: Wer kannte den Verkaufsstrategen und sympathischen Netzwerker mit seinem breiten Dienstleistungsportfolio nicht? Als durchaus authentischer Urwestfale trug er das Prädikat „gut gelaunt, frisch, frohsinnig und optimistisch “ für jeden erkennbar mit offenem Herzen. Mit dieser positiven Charaktereigenschaft und seinem kaufmännischen Talent, entdeckte er früh welche Dienstleistungen der spezifische Veranstaltungsmarkt benötigt.

So begegnete mir Friedrich bereits vor 38 Jahren zur Theatersanierung in Koblenz. Vital trat er mit seinen leuchtend blauen Augen ins Büro. Sein Markenzeichen in der rechten Hand: Große schwarze Ledertasche mit zahlreichen Materialmustern und kaufmannstypischen Auftragsbuch. Gut kann ich mich noch an seinen ersten Satz erinnern: „Guten Tag Herr Mäcken! Was brauchen Sie, wie kann ich Ihnen helfen?“ Und schon ging es rasch und sachorientiert in medias res. Bereits am ersten Tag des Kennenlernens ergab sich eine vertrauensvolle und respektbezeugende Freundschaft. In den Debatten und anstrengenden Verhandlungen war es ihm immer wichtig, seine Kenntnisse und kreativen Ideen zielführend einzubringen, sowie durch seinen ungebrochenen Humor und positiven Habitus eine entspannte Atmosphäre zu erreichen. Man konnte Friedrich über alles befragen und bekam immer eine erschöpfende Antwort. Als vielreisender Dienstleister kannte er sich in der Branche bestens aus und interessierte sich für technische Innovationen. Gerne gab er sein breites und gut strukturiertes Fachwissen anspruchslos weiter. Wann immer man Friedrich traf, bei seinen Unternehmensbesuchen, auf einer Messe oder eben nach Feierabend – auf ein Bierchen mit Linie war er immer dabei. Mit ihm beruflich wie privat Zeit zu verbringen schenkte echte Lebensfreude. Seine enge Verbundenheit mit dem Verband und ihren Mitgliedern war in vielerlei Hinsicht förderlich. Zu jederzeit konnte man auf seine beispielhafte Hilfsbereitschaft rechnen. Niemals war ihm etwas zu viel oder der Besuch in ein Theater zu weit, wenn es dringlich hieß: „Kannst Du rasch vorbeikommen, wir wissen gerade nicht weiter und brauchen Deine Hilfe!“ Wenige Tage später trat er mit seiner bemerkenswert freundlichen Art durch die Tür und stellte seinen Support zur Verfügung. Ja, er war ein Mann der ersten Stunde in unserem Verband. Ihm war das Fortkommen des Vereins genauso wichtig wie die Menschen selbst in diesen künstlerisch geprägten Betrieben. Freundschaft und Nähe lagen ihm sehr am Herzen.

Bekannt war er nicht nur als eifriger Unternehmer, sondern auch als liebenswürdige Persönlichkeit. Selbst nach seiner gut überlegten Entscheidung, die Geschäfte seinen fleißigen Töchtern Andrea und Alexandra zu übergeben, ließen ihn nie ganz los von der Branche. Holte und sortierte er morgens nach wie vor die Firmenpost, um immer etwas auf dem Laufenden zu sein. Friedrich war ein feiner Mensch mit Format, der es jederzeit verstand, Bindungen einzugehen, um neue Freundschaften zu gewinnen. Er verstand perfekt sein „way of live“ und konnte das Leben im verdienten Ruhestand mit seinen verschiedenen Hobbys genießen. Langeweile kannte er auch im Ruhestand nicht. Seine ungebrochene Leidenschaft für das Skatspielen, Reisen und das Umherschippern mit eigenem Segelboot erfüllte sein Leben – wenngleich er es nirgendwo länger als 10 Tage aushielt. Dann zog es ihn wieder nach Hause zu seiner Familie, zu seinen Freunden – und vermutlich auch ein wenig mit Wehmut zur Theaterbranche.

Für die gemeinsame Zeit, die persönlichen Erinnerungen und beständige Freundschaft, seine liebenswerte und gewinnende Art bin ich – und stellvertretend wir alle, sehr dankbar. Jede gemeinsame Minute und Stunde waren ein Geschenk mit Dir, lieber Friedrich. Du hast unseren Verband gefördert und mit Deiner Lebensfreude reichlich belohnt. Es war immer eine besondere Erfüllung Dich zu treffen, mit Dir zu fachsimpeln und zu lachen. Es ist schmerzhaft, einen solch lieben Menschen plötzlich zu verlieren. Du fehlst uns sehr! Wir werden Dich vermissen und in allerbester Erinnerung behalten. Im Namen des Vorstandes, des gesamten DTHG-Teams und aller Mitglieder senden wir unser tiefes Mitgefühl und aufrichtige Anteilnahme an Deine Familie und allen Angehörigen.

Walter Mäcken

 

 

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