Neue Begehrlichkeiten bei Funkfrequenzen

Die Auswirkungen der ersten Digitalen Dividende sind noch nicht überwunden und schon werden nach der Weltfunkkonferenz 2012 neue Begehrlichkeiten der Mobilfunkindustrie laut.
Weitere 100 MHz Spektrum seien dringend nötig, um den angeblich wachsenden Bedarf an mobiler Breitbanddatenübertragung für den Mobilfunk zu sichern. Hinzu kommen jetzt weitere Bedarfsanmeldungen für einen Behörden- und Sicherheitsfunk und weitere militärische Nutzungsziele. Unter der Leitung des BMWi wird deshalb in Vorbereitung der nächsten Weltfunkkonferenz im Jahre 2015 eine Strategie mit dem Titel „Mobile Media 2020“ erarbeitet.
Die darin als Option geäußerte Variante einer Vergabe des Frequenzbandes von 694 – 790 MHz ab dem Jahr 2016 an den kommerziellen Mobilfunkdienst würde vor allem für die Nutzer drahtloser Mikrophone erneut sehr große Probleme bedeuten. Viele Nutzer mussten bereits wegen der Digitalen Dividende I in diesen Bereich wechseln und neue Geräte anschaffen, welche dann schon nach wenigen Jahren ohne technische Umrüstung nicht mehr eingesetzt werden könnten.
Aber auch der öffentliche Rundfunk stünde dann vor großen Problemen. So spricht sich die deutsche TV-Plattform auch für den Erhalt des bisherigen Spektrums aus. Die DTHG, der Deutsche Bühnenverein, der APWPT und weitere Verbände fordern ein Moratorium mindestens bis zum Jahr 2025, d.h. in diesem Zeitraum keine Änderungen an den Frequenzzuweisungen vorzunehmen. Diese Zeitspanne ist aus Sicht der Verbände mindestens notwendig, um über technische Alternativen nachzudenken und den derzeitigen Nutzern sowie den Herstellern Planungssicherheit zu geben.
 
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