OISTAT – Treffen der Bildungskommission in Helsinki und Stockholm

von Maria Kross

Vom 06. bis 11.Januar fand ein OISTAT-Meeting in den beiden skandinavischen Hauptstädten Helsinki und Stockholm statt.

Die Dauer von 5 Tagen ergibt sich aus einer Entscheidung, über die noch in Berlin auf der Stage|Set|Scenery beim letzten OISTAT-Meeting der Bildungskommission gesprochen wurde: Die Zusammenlegung von Meetings der Bildungskommission mit denen technischer Sektoren. Und so fanden Anfang Januar zwei Meetings statt: das der Education-Commission und das der Light-Commission. Dabei stand Nachhaltigkeit für beide Intereressengruppen im Mittelpunkt. Und auch wenn die Tagesordnungen durchaus nach Light- und Education-Commission unterschied, kann man doch auf jeden Fall von einem gemeinsamen Meeting sprechen. Das aufwendige und sehr gut vorbereitete Programm der finnischen und schwedischen Kollegen bot neben einem hohen Informationsgehalt ausreichend Gelegenheit und Anlass zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch anhand der Themen, die beide Teilnehmerkreise umtreiben. Der Besuch sowohl der finnischen Theatre Academy als auch der schwedischen „Könstnärliga Högskula“ waren solche Anlässe, denn in beiden Institutionen wird sowohl in künstlerischen als auch in künstlerisch-technischen Studiengängen ausgebildet. Alle Studienrichtungen unterliegen einem strengen Auswahlverfahren, die Betreuung durch Lehrende ist engmaschig und die Ausstattung der Institute durchgehend hochwertig und auf neuestem technischen Stand. Die Kollegen Kimmo Karjunen (Helsinki) und Anders Larson (Stockholm) berichteten ausführlich über Vorgehensweise und Erfahrungen mit Studierenden für Lightdesign oder post production. Auch wenn die beiden Bildungsinstitute Unterschiede im Aufbau aufweisen und ausserdem eine Schiffsreise von 14h voneinander entfernt sind, verbindet beide der Ansatz der gemeinsamen Ausbildung von Künstlern und künstlerisch-technischen Spezialisten. Ein Ansatz, der beispielsweise in Deutschland nicht zu finden ist.

Das oben erwähnte Schiff, eine Fähre der Silja-Line, war auch ein Tagungsort der Kommission. Dabei standen das Jubiläum und der Award im Mittelpunkt. Es wurden erste Ideen formuliert, klar wurde aber auch, daß noch einiges an konzeptioneller und organisatorischer Arbeit zu leisten ist.

Der Aufenthalt in Stockhom umfasste nur 8 Stunden, aber die waren von Anders Larson vollgepackt und durchgeplant im Minutentakt. Nur so waren die weiteren, unbedingt lohnenswerten Programmpunkte zu absolvieren. Im Dramaten, Schwedens erster Adresse für Schauspiel, gab es nach einem kurzen Blick in den Zuschauerraum die Gelegenheit, Emma Wiel zuzuhören. Die Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung am Dramaten (!) berichtete über Erfahrungen, die man in jüngster Zeit mit dem Einsatz von VR-Modellen für bühnentechnische Anlagen gemacht hat. Das Interesse war riesig, ein Thema, das offensichtlich viele in der Branche beschäftigt.

Einen Einblick in die eigenen Erfahrungen gab auch Patrick Becker von der „Kungliga Operan“ als über die Umstellung auf LED Beleuchtungskörper an seinem Haus berichtete. Der Prozess, der 2014 mit einem europäischen Workshop eröffnet wurde, ist jetzt abgeschlossen und die Kollegen zogen eine interessante Bilanz mit Für und Wider. Für ausführliche Diskussionen blieb auch hier keine Zeit, nach einem schnellen Gang über die Bühne, bei der die Kollegen ohne jede Seiten- oder HInterbühnenfläche auskommen müssen, ging es schnell zurück zum Schiff und über Nacht zurück nach Helsinki.

Dort hatte die Tagung ja begonnen, und das mit einem besonderen Angebot dieser Stadt im hohen Norden: LUX Helsinki. Zu Beginn jeden Jahres, also wenn die Tage am kürzesten sind, wird die Stadt von Künstlern illuminiert. Es gibt eigens geschaffene Skulpturen ebenso wie ausgewählte Orte, die einfallsreich in neues Licht gesetzt werden. Daran erfreuten sich die Teilnehmer beider Kommissionen uneingeschränkt!

Auch insgesamt kann ein ein positives Resümee gezogen werden: die Verknüpfung der beiden Commission Meetings hat den Austausch von Informationen, Ideen und Erfahrungen nicht nur ermöglicht, sondern befördert und intensiviert, und damit ein wesentliches Anliegen der OISTAT verwirklicht.

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