Sachsen-Anhalt: Kulturpolitische Torheiten

theater mit sparschwein2

 
Während eine weltweite Studie kürzlich außer dem geistigen auch den positiven wirtschaftlichen  Effekt der Kulturförderung nachwies, befindet sich die Landesregierung von Sachsen-Anhalt auf einer kulturpolitischen Geisterfahrt.
In China wird der jährliche Kulturetat um rund 22% und in der EU gar um 37% erhöht, selbst die deutsche Bundesregierung (die für die Kultur gar nicht zuständig ist) hat ihren Anteil an der finanziellen Kulturförderung gesteigert.
In Sachsen-Anhalt dagegen ist der Kulturetat seit Jahren unverantwortlich gekürzt worden: von 41,4 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 27 Millionen Euro 2014! Die letzte Kürzungsrate betrug 7 Millionen Euro! Rechnet man die darauf folgenden anteiligen Kürzungen der Gemeinden, Städte und Landkreise hinzu, lässt sich abschätzen, was für ein kultureller Raubbau betrieben wird.
Die Volksinitiative „Kulturland Sachsen-Anhalt“ hat mittlerweile 45.000 Unterschriften gesammelt und zwingt – nach Landesrecht – jetzt den Landtag dazu, sich des Themas erneut anzunehmen.
Zwischenzeitlich versucht der Kultusminister Stefan Degerloch (SPD) jedoch Tatsachen zu schaffen. Laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung erklärte der Minister , er sei sich sich mit der Finanzdezernentin von Dessau-Roßlau einig geworden, am Anhaltinischen Theater Dessau sowohl das Ballett als auch das Schauspiel schliessen zu wollen.
Ob mit der Abschaffung zweier kleiner und besonders kreativer Sparten die kürzlich beschlossene rund 9%ige Tarifsteigerung der Orchestermusiker aufgefangen werden kann, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass in Sachsen-Anhalt der einstige Werbeslogan des Bundeslandes „Wir stehen früher auf!“ zu Recht abgeschafft wurde.