Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Menschen der DTHG,

in diesem Jahr war alles anders: so konnte die BTT – bereits aus dem Juni verschoben – trotz eines gut ausgearbeiteten Hygienekonzepts im Oktober in Ulm leider nicht stattfinden.

Das war für das Team der DTHG aber kein Hinderungsgrund: Stattdessen gab es zum ersten Mal eine digitale Tagung. In Webinaren und Livestreams konnten wir online ein umfangreiches und interessantes Programm präsentieren.

Und auch das war eine Premiere: erstmalig fand am 28.Oktober 2020 eine digitale Mitgliederversammlung mit angegliederten Vorstandswahlen statt. Wir haben es einfach den großen Parteien und anderen Organisationen gleich getan und ein Online-Voting durchgeführt. Zahlreiche Mitglieder hatten schon vorab per Briefwahl abgestimmt.

Der neue Vorstand der DTHG setzt sich erstmalig – ein Novum in der Branche – paritätisch zusammen. Neu gewählt wurden:

Iris Abel (Redakteurin,Bühnentechnische Rundschau),

Martin Högg (Geschäftsführer, HOAC GmbH),

Martina Meyer (Bühnenmeisterin, Staatstheater Braunschweig)

und Sanela Kolb (Ansprechpartnerin für Firmenmitglieder, DTHG e.V.).

In ihrer Arbeit bestätigt und wiedergewählt wurden: Wesko Rohde (Geschäftsführer, DTHG e.V.) und Hans-Joachim Rau (Leiter Projektteam „NEUSTART KULTUR“).

In unserer konstituierenden Sitzung wurde Wesko Rohde als Vorsitzender des Vorstandes der DTHG bestätigt. Zur 2. Vorsitzenden wurde Sanela Kolb gewählt.

Der neue Vorstand bildet ein vielfältiges Spektrum der Menschen unserer Branche ab. Wir freuen uns auf unsere neue Aufgabe und gehen diese motiviert und positiv für die Zukunft an. Über Anregungen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge freuen wir uns und möchten sie gerne mit Ihnen diskutieren.

In dieser anstrengenden und wechselhaften Zeit wünschen wir all unseren Mitgliedern eine ruhige Adventszeit und besinnliche Feiertage im kleinen Kreis von Freunden oder Familie.

Ein gutes Jahr 2021, das voller Hoffnung und Gesundheit für Euch sein möge.

Martina Meyer, im Namen des neuen Vorstands der DTHG

60. Bühnentechnische Tagung 2020

Die BTT sollte ein Statement der Branche sein. Eine Veranstaltung, die zeigt, dass man sicher, in geregeltem Abstand und dennoch informativ und anwesend miteinander diskutieren und tagen kann. Die Hallen sind mit sehr guten und optimierten Lüftungsanlagen ausgestattet, zusätzlich sind die viel besprochenen Luftreiniger im Einsatz geplant gewesen mit ablesbaren Messungen. Innovationen unserer Mitgliedsfirmen im Praxistest unter realen Bedingungen.

Die BTT sollte Statement und Signal an die Politik sein, „Wir können das, vertraut uns“!

Durch das Inkrafttreten der Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg konnte die 60. BTT 2020 nicht stattfinden.

Das mussten wir so akzeptieren.

The life goes on, wir haben kurzerhand beschlossen die 60. BTT innerhalb von 7 Tagen online zu gestalten. Über 37 Vorträge, Roundtables und Firmenvorträge wurden angeboten. Die Premiere in der Geschichte der DTHG war die Mitglieder- und Wahlversammlung online durchzuführen. Es war ungewohnt, aber dennoch konnten wir dieses Format der Tagung erfolgreich abschließen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Menschen bedanken, die mit großer Leidenschaft die BTT mit organisiert haben. Die Planung ist nicht umsonst, wir sehen uns mit dem Konzept wieder in Ulm 2022.

Hubert Eckart gilt unserer besonderer Dank, für die schnelle Umsetzung der Kongressthemen und die Mitgliederversammlung im Onlineformat.

Die größte Aufmerksamkeit geben wir unseren ausstellenden Firmen, die auf ihre Rückerstattung der Standgebühren verzichtet haben. Wir danken Euch für diese Hilfe in diesen besonderen Zeiten.

Herzlichen Dank für die Unterstützung an:

  • Gerriets GmbH
  • Cast
  • Fülling & Partner
  • HOAC
  • 1st Selection
  • d&b audiotechnik GmbH
  • Wilhelm Westholt GmbH
  • inthega
  • SEEBURG acoustic line GmbH
  • SBS Bühnentechnik GmbH
  • Conductix-Wampfler GmbH
  • AISCO Chemieprodukte GmbH

Das gesamte DTHG-Team wünsche Euch/Ihnen frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches & erfolgreiches Jahr 2021.

Herzliche Grüße

Sanela Kolb

Vorstand

Liebe Mitglieder der DTHG,

Iris Abel
Iris Abel

Ende Oktober 2020 wurde ein neuer DTHG-Vorstand gewählt, zu dem nun auch ich, Iris Abel, als Redakteurin der Bühnentechnischen Rundschau (BTR), gehöre. In unserer sechsköpfigen Runde treffen mit Martina Meyer, Martin Högg, Sanela Kolb, Hans-Joachim Rau und Wesko Rohde wie-der sehr theater- und verbandserfahrene Menschen zusammen. Auf einen ergiebigen und ver-trauensvollen Austausch mit ihnen freue ich mich!

In welche Richtung und mit welchen Inhalten sollten wir die Vorstandsarbeit gestalten? Was erwarten Sie, erwartet Ihr von unserem Berufsverband? Das würde ich gern erfahren, dazu Anregungen und Meinungen sammeln, um sie in unserem Vorstand umzusetzen und zu diskutieren.

Mit welchen Themen ist der Vorstand, sind Gremien und Beauftragte der DTHG beschäftigt? Unsere interessierten Mitglieder mit aktuellen Informationen zu versorgen und zu erreichen, finde ich wichtig. Dafür bringe ich gern meine Erfahrungen aus unserer Zeitschriftenredaktion in die Vorstandsarbeit ein, z. B. in aktuellen Veröffentlichungen oder bei Veranstaltungen und Messen.

Die BTR bildet unsere reiche, lebendige und kompetente Branche ab: als Vorstandsmitglied und Redakteurin möchte ich noch mehr Interesse für Projekte und engagierte Menschen wecken – und den vielen Verbandsaktivitäten noch mehr Öffentlichkeit geben.

Ich bin auf neue Begegnungen und einen anregenden Austausch gespannt.

Kommen wir also ins Gespräch, ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Herzliche Grüße

Iris Abel

NeustartKultur.DTHG

Ein neues Jahr wird kommen.

Und es wir besser. Soviel ist sicher.

Es werden Veranstaltungen und Messen stattfinden und Menschen werden zusammenkommen können. Dann erzählt man sich Anekdoten darüber, was man während Corona gemacht hat. Unsere Solidarität gilt und galt allen, die unter der Corona Krise in Existenznöte gerieten. Wir haben aktiv geholfen.

Frau Staatsministerin Grütters möchte eine weitere Milliarde für die Kultur und die Kooperation mit den verbänden verstetigen. Das ist eine gute Nachricht für die Branche und Bestätigung unserer Arbeit für die Theatermenschen.

Einen großen Schritt sind wir in diesem Jahr gegangen mit den Menschen und Neustart Kultur gegangen.

Hier ein kleiner Einblick nach dem Ausblick.

Die Beauftragung eines 113 Jahre alten – und doch frischen – Verbandes war sicher eine großartige Idee der Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Wer kennt die Theater und Kulturorte besser als die Menschen, die sich mit den Strukturen, den Berufen und den Technologien seit langer Zeit befassen und den Theater- und Veranstaltungsbetrieb mit Fortbildungen, technischen Entwicklungen und künstlerisch-technischen Konzepten aktiv unterstützen.

Pandemiebedingte Investitionen im Umfang von 40 Mio. Euro sollen die gebeutelten privaten Theater und Kleinkunstbühnen fit machen für eine bevorstehende Indoor-Saison unter besonderen Bedingungen und gegebenenfalls auch für die Freiluftsaison des kommenden Jahres. Neustart Kultur bedeutet das technische Equipment für einen optimistischen Start der Kreativen und eine vertrauensvolle Rückkehr des Publikums in die ertüchtigten Häuser bereitzustellen.

Hygienekonzepte, Wegeführungen, Bühnentechnik für den Outdoor-Betrieb, papierlose Ticketsysteme, Erweiterung von kontaktlosen Sanitäreinrichtungen und vor allem Lüftungsanlagen sind bei den Antragstellungen gefragt gewesen.

700 Anträge sind bei der DTHG vom 14.07 bis zum 30.11.2020 eingegangen. Insgesamt wurden ca. 38 Mio. vergeben, auch, weil die Antragstellung bis zum 30. November verlängert wurde. Durch die Zusammenarbeit mit den Verbänden konnte das BKM prozentual mehr Mittel ausgeben als alle anderen Ministerien. Ein Zeichen, dass diese Form der Kooperation den Menschen der Kultur schnell und direkt helfen kann.

Die DTHG hat nicht nur die Anträge bearbeitet und auf deren formelle Richtigkeit überprüft. Im Rahmen von Neustart Kultur wurde ein einmaliges Senior Consultant Programm auf den Plan gerufen.

Kürzlich in den Ruhestand versetzte Ingenieure, Experten für Haustechnik und technische Direktoren teilweise großer Häuser wurden als Berater in die Theater entsendet und haben überprüft und vor Ort beraten. Die nachgewiesene Expertise dieser Beratungen war für viele Kulturmenschen der erste freundliche Kontakt mit professionellen Herangehensweisen an ganzheitliche Konzepte pandemiegerechter und nachhaltiger technischer Erweiterungen ihrer Kulturorte.

Dass den Investitionen eine sinnvolle Bestandsaufnahme zugrunde liegt, schafft dabei einen Zugang zu oft längst überfälligen Ertüchtigungen. Die Betrachtung unter Corona-Bedingungen kann auch eine gute Grundlage der Neuorganisation von Arbeits- und Publikumsbereichen bilden.

Wenig erfreulich sind die oft ungestützten Diskussionen um neue Technologien zur Luftreinhaltung in raumlufttechnischen oder ortveränderlichen Anlagen und deren Verwendung in den Kulturbauten. Eine Regelfreundlichkeit bei gleichzeitiger Technikfeindlichkeit fördert weder Vertrauen noch den notwendigen experimentellen Umgang mit Technologien, die antiviral wirken könnten.

Bei der besonderen Prominenz der Kulturgebäude bieten gerade die sich für den großen gesellschaftlichen Test an. Theater waren – gegen erhebliche Widerstände – die ersten elektrifizierten Gebäude in Deutschland vor mehr als 140 Jahren. Orte aktiven Ingenieurswesens.

Ein geringer Anteil an gut organisierten Förderpiraten schmälerte nicht das Vergnügen im großen Stil den kleinen Theatern und Kleinkunstbühnen geholfen zu haben und deren teilweise euphorische Dankbarkeit ist für das ganze DTHG-Team eine besonders freudvolle Erfahrung.

Ein neues Jahr wird kommen.

Wesko Rohde

Neustartkultur: Blicke hinter die Kulissen

Am 30.11.2020 endete die Antragsfrist für pandemiebedingte Investitionen an privaten Theatern im Rahmen des von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien initiierten Programms “Neustartkultur”.

Die mit der Antragsbearbeitung und Vergabe der Mittel beauftragte DTHG staunte nicht schlecht darüber, dass sich die unglaubliche Anzahl von 681 privaten Theatern um den Erhalt von Fördermitteln bemüht haben.

Einem Großteil der Anträge kann stattgegeben werden.

Doch wer alles sind diese 681 Spielstätten?

Für das DTHG-Projektteam taten sich viele neue Einblicke in diesen Teil der bundesweiten Theaterlandschaft auf, fern der allgemein bekannten großen städtischen Häuser. Es ist eine bunte vielseitige Kulturszene, zu der Spielstätten aller Größen –von weniger als 40 bis zu mehreren hundert Plätzen – gehören, und auch einige ganz besondere Projekte wie z. B. ein Theaterzug, der durch die Lande reist und Gastspiele im In- und Ausland gibt, sind dabei.

Auch für die DTHG ist diese Arbeit bereichernd und wir möchten mit Ihnen, den Mitgliedern, einige interessante Einblicke teilen, die sicherlich auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Vernetzung bieten.

Auf diesem Sektor ist seit Herbst 2020 unsere Projektmitarbeiterin Maria Bürger tätig. Bürger studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und fand den Einstieg in die Theaterwelt durch ein freiwilliges soziales Jahr am Mainfranken Theater Würzburg. Seit dem Jahr 2019 arbeitet sie bereits im Digital-Projekt der DTHG mit.

Derzeit erstellt Bürger digitale Porträts der geförderten Theater und veröffentlicht sie auf der Projekt-Website https://neustartkultur.dthg.de (https://neustartkultur.dthg.de/).

Schauen Sie einmal vorbei und lernen sie eine täglich wachsende Vielzahl faszinierender Theater und der dahinter stehenden Mitarbeiter kennen, die sich mit großem Engagement, viel Kreativität und Ausdauer für ihren Neustart einsetzen.