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 „Wir schenken Bonn ein neues Theater!“ – Eröffnung von Malentes Theater Palast in Bonn

Malentes Theaterpalast, Foto: J.S.

Während die Bonner Theaterlandschaft sich mit Kürzungen von Zuschüssen, Kündigungen von Mietverträgen und dringend erforderlichen Sanierungen auseinandersetzen muss, heißt es seitens einer neuen Stimme in dieser Szene: „Wir schenken Bonn ein neues Theater!“ Gefolgt von: „Wir machen nur Spaß!“.

Wer denkt, dies sei ein Scherz, irrt, denn: Am 20. September 2018 feierte Malentes Theater Palast seine Eröffnungspremiere mit  der 60er-Jahre Revue „Mit 17 hat man noch Träume“.

Die neue Spielstätte an der B9 (Godesberger Allee 69), die Bonn in Nord-Süd-Richtung durchkreuzt, sieht aus, als hätte die Berliner „Bar jeder Vernunft“ die Bezeichnung „fliegender Bau“ wörtlich genommen und sei nach Bonn geflogen.

Malentes Theater Palast ist ein belgisches Spiegelzelt aus dem Jahr 1935. Einst wurde in diesem Zelt getanzt und die Spiegel boten gewisse Möglichkeiten, zu flirten. Mittels der Spiegel kann man nämlich recht unverfänglich schauen, welche Gäste in den Nachbarlogen sitzen. Wer Beinfreiheit und gute Sicht mehr schätzt, findet sich besser im Parkett wieder.

Malentes Theaterpalast, Parkett, Foto: J.S.

Wie die Betreiber Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke mit Strahlen in den Augen berichten, wurde ihr großer Traum von einem eigenen Theater ab dem 25. Juni 2018 Tag für Tag ein Stückchen realer. An diesem Tag wurden die Einzelteile des bei einem belgischen Familienbetrieb frisch instandgesetzten Zeltes geliefert. An den kommenden heißen Sommertagen galt es für die Fachleute, das Zelt zu errichten. Im Juli und August folgte der Innenausbau, bei dem kilometerweise Kabel gezogen und Hunderte Lampen in Szene gesetzt wurden. Seitlich wurden Container für den organisatorischen Betrieb an das Zelt angeschlossen: vom Direktionsbüro über den Kartenverkauf bis zu den Sanitäranlagen.

In liebevoller Kleinarbeit wurden in allen Innenräumen Tapeten, Fliesen und Dekorationen angebracht. Konsequent bis ins Detail entstand eine Art-déco-Welt mit authentischem 20er-Jahre-Charme, der die Gäste verzaubern und sie die eher unromantische Umgebung schon mit dem Betreten des „Theaterpalastes“ vergessen lässt.

Und wer sind Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke?

Dirk Vossberg-Vanmarcke (l.), Knut Vanmarcke (r.), Foto: J.S.

In der deutschsprachigen Kleinkunstszene sorgen sie seit einigen Jahren als „Familie Malente“ für Begeisterung. Mit ihren Shows laden sie in den Rollen von Peter und Vico Malente gemeinsam mit wechselnden Darstellerinnen zu Zeitreisen in die 50er, 60er und 70er Jahre ein.

Die aktuelle 60er-Jahre Show „Mit 17 hat man noch Träume“ ist ein wunderbar augenzwinkerndes Potpourri aus Erinnerungen an Schlager, Fernseh-Highlights und  unvergessene Protagonisten des „Werbefernsehens“ dieser Zeit.

Das Programm für die weitere Spielzeit umfasst sechs jeweils ensuite gespielte Aufführungen unterschiedlicher Formate: musikalische Shows und Hommagen, eine Operette und eine Komödie

Und wie sehen die Betreiber ihre Zukunft in Bonn?

Für zwei Jahre hat die Stadt das Zelt an diesem Standort genehmigt. Das Grundstück haben Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke zunächst für die Dauer von fünf Jahren gepachtet.

Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass das Konzept aufgehen und die Spielstätte viel Publikum, auch aus dem Umland, anziehen wird. Ein nachhaltig gutes Gelingen sei den Malentes gegönnt!

Juliane Schmidt-Sodingen

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